ODIS Tutorial: Grundprinzipien der Datenvisualisierung
Die Open Data Informationsstelle Berlin (ODIS) bietet eine exzellente Einführung in die Grundlagen der Datenvisualisierung:

Designprinzipien für Diagramme: So visualisieren Sie quantitative Daten
Quantitative Visualisierungen leben davon, Daten klar und verständlich darzustellen. Studien zeigen, dass eine durchdachte visuelle Präsentation die Problemlösung um 19 % effizienter machen kann. Dieser Vorteil entfaltet sich jedoch nur, wenn Designprinzipien konsequent umgesetzt werden.
Die Grundlage dafür bilden die Gestalt-Prinzipien der Wahrnehmung, die in den 1920er-Jahren entwickelt wurden. Sie beschreiben, wie unser Gehirn visuelle Informationen automatisch zu Mustern organisiert.
Grundlegende Designprinzipien
Die Gestalt-Prinzipien – Proximity, Similarity und Enclosure – sind zentrale Bausteine für effektive Visualisierungen. Sie erklären, wie unser Gehirn visuelle Elemente gruppiert:
- Proximity (Nähe): Elemente, die nah beieinander liegen, werden als zusammengehörig wahrgenommen.
- Similarity (Ähnlichkeit): Ähnliche Farben, Formen oder Größen signalisieren verwandte Datenpunkte.
- Enclosure (Umrahmung): Rahmen oder Schattierungen betonen zusammengehörige Daten.
Der Fokus sollte immer auf den Daten liegen. Entfernen Sie alle visuellen Elemente, die nicht zur Informationsübermittlung beitragen, wie schwere Gitterlinien, 3D-Effekte oder unnötige Hintergründe.
„Because they do have a natural visual hierarchy, varying shades of gray show varying quantities better than color."
Praktische Umsetzung:
- Beginnen Sie mit Graustufen, um die visuelle Hierarchie zu prüfen
- Fügen Sie anschließend gezielt Farben hinzu, um Schlüsselinformationen hervorzuheben
- Verwenden Sie maximal drei bis fünf Farbschattierungen
- Für barrierefreie Designs: Vermeiden Sie Rot-Grün-Kombinationen und nutzen Sie Orange-Blau-Paletten
Um die Lesbarkeit zu verbessern, beschriften Sie Datenserien direkt im Diagramm, anstatt separate Legenden zu verwenden. Titel im „Zeitungsstil" helfen, die Kernaussage klar zu formulieren.
Besonders bei der statistischen Auswertung mit SPSS ist die Wahl des richtigen Diagrammtyps entscheidend für die Verständlichkeit Ihrer Ergebnisse.
Die richtige Diagrammart wählen
Der Diagrammtyp sollte immer dem Hauptziel der Visualisierung entsprechen – sei es, Trends, Anteile, Korrelationen oder absolute Zahlen darzustellen.
„The chart's main statement becomes a compass that helps you not just when picking a chart type, but also when choosing e.g. the title and colors for your chart."
Übersicht der wichtigsten Diagrammtypen
| Diagrammtyp | Ideal für | Wichtige Regel |
|---|---|---|
| Balkendiagramm | Vergleich absoluter Werte zwischen Kategorien | Y-Achse immer bei Null beginnen |
| Liniendiagramm | Zeitliche Trends und Entwicklungen | Nulllinie nicht zwingend, aber keine Verzerrung |
| Kreisdiagramm | Anteile am Ganzen | Maximal 5 Kategorien mit deutlichen Größenunterschieden |
| Streudiagramm | Korrelationen zwischen zwei Variablen | Achsenskalierung sorgfältig wählen |
Wann welches Diagramm?
Balkendiagramme eignen sich perfekt für den Vergleich absoluter Werte zwischen Kategorien. Wichtig: Die Y-Achse sollte immer bei null beginnen, um Verzerrungen zu vermeiden.
Liniendiagramme sind ideal, um zeitliche Trends darzustellen. Eine Nulllinie ist hier nicht zwingend, solange die Darstellung nicht irreführend wird.
Kreisdiagramme funktionieren nur bei maximal fünf Kategorien mit deutlich unterschiedlichen Größen. Für präzisere Vergleiche sind Balkendiagramme besser geeignet.
Bewährte Diagrammtypen wie Balken-, Linien- und Säulendiagramme sind oft die beste Wahl, da sie intuitiv verstanden werden. Ein 1:1-Seitenverhältnis sorgt dafür, dass Achsenverhältnisse korrekt dargestellt werden.
Unsicher, welcher Diagrammtyp für Ihre Daten passt? Fragen Sie unsere Experten – kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fehler vermeiden
Fehlerhafte Visualisierungen können die Aussagekraft stark beeinträchtigen. Ein häufiges Problem ist das Weglassen der Nulllinie in Balken- und Säulendiagrammen, was Unterschiede zwischen Kategorien übertreibt.
„3D visualisations are the biggest nuisance. Not only are they hard to understand but the visual perception of the figures becomes distorted as well."
Die häufigsten Fehler und ihre Lösungen
| Fehler | Problem | Lösung |
|---|---|---|
| Fehlende Nulllinie | Übertreibt Unterschiede | Y-Achse immer bei Null beginnen |
| 3D-Effekte | Verzerrt Wahrnehmung | Nur 2D-Darstellungen verwenden |
| Zu viele Kategorien | Unübersichtlich | Maximal 5 Kategorien in Kreisdiagrammen |
| Unsortierte Balken | Kein logischer Fluss | Werte sortieren (aufsteigend/absteigend) |
| „Rainbow"-Farbpaletten | Schwer zu interpretieren | Einfarbige Verläufe oder max. 5 Farben |
| Redundante Gitterlinien | Lenkt von Daten ab | Gitterlinien entfernen oder abschwächen |
Zwei Tests für bessere Visualisierungen
1. Der „1-Sekunden-Test": Kann die Kernaussage innerhalb einer Sekunde erfasst werden? Wenn nicht, ist das Diagramm zu komplex.
2. Der „Versuchskaninchen-Test": Lassen Sie Kolleginnen und Kollegen, die die Daten nicht kennen, die Grafik interpretieren. Stimmt ihre Interpretation mit Ihrer Absicht überein?
Qualitative Daten visualisieren: Word Clouds, Netzwerke & mehr
Qualitative Daten visualisieren Bedeutungen, Zusammenhänge und Prozesse, ohne ihre Komplexität zu vereinfachen.
„Understanding visualizations as epistemic instruments allows us to shift our focus from visualizing as a technique of representation to visualizing as a research technique and a medium to reflect on and articulate ambiguous and nuanced field experience."
Visualisierungen dienen hier nicht nur der Darstellung, sondern auch als Denkwerkzeuge, die während der Analyse neue Einsichten ermöglichen.
Methoden zur Visualisierung qualitativer Daten
- Word Clouds und TreeMaps: Eignen sich hervorragend, um Häufigkeiten von Codes oder Begriffen zu zeigen
- Sankey-Diagramme: Bieten eine anschauliche Darstellung der Stärke von Beziehungen zwischen Codes und Co-Occurrence-Analysen
- Netzwerkdiagramme: Helfen mit Knoten und Verbindungen bei der Entwicklung konzeptioneller Modelle oder Theorien
Für die Visualisierung von Interviewdaten aus einer qualitativen Inhaltsanalyse eignen sich besonders Word Clouds und Netzwerkdiagramme.
Digitale Tools für qualitative Visualisierung
Moderne Forschungsteams setzen zunehmend digitale Tools ein, um gemeinsam qualitative Daten zu analysieren und zu strukturieren:
- Miro: Kollaborative Whiteboards für Konzeptentwicklung
- Google Jamboard: Einfache virtuelle Pinnwände
- Padlet: Strukturierte Sammlung von Ideen und Kategorien
- MAXQDA: Professionelle Software für qualitative Datenanalyse
Praxisbeispiel
Emma F. France und Jane Noyes nutzten 2024 in einer Cochrane-Synthese zu chronischen Schmerzen bei Kindern eine Kombination aus physischen Papierkarten und virtuellen Padlet-Boards. Mit Google Jamboard entwickelten sie fünf analytische Kategorien und verwendeten Microsoft Whiteboard, um durch iteratives Diagrammieren drei „Lines of Argument" zu formulieren.
Risiken der Übervereinfachung
Die größte Herausforderung bei der Visualisierung qualitativer Daten besteht darin, ihre Komplexität nicht zu stark zu vereinfachen. Oft stoßen traditionelle Visualisierungstools an ihre Grenzen, wenn es darum geht, mehrdeutige, unvollständige oder nuancierte Daten darzustellen. Eine reflexive Herangehensweise ist hier entscheidend: Visualisierungen sollten als Forschungstechnik genutzt werden, die Interpretationen hinterfragt.
Quantitative und qualitative Ergebnisse kombinieren
Integrierte Ansätze ermöglichen es, qualitative und quantitative Daten in einem einheitlichen Rahmen zu analysieren. Joint Displays sind eine effektive Methode, um beide Datentypen zu verbinden und Meta-Inferenzen zu ermöglichen.
„Joint displays provide a visual means to represent the integration of qualitative and quantitative research in addition to a framework for thinking about integration."
Joint Displays in der Praxis
Eine Analyse von 33 Mixed-Methods-Artikeln zeigte, dass 26 Studien Side-by-Side-Displays einsetzten, um Daten zu integrieren. Besonders nützlich sind Statistics-by-Themes-Matrizen, bei denen:
- Qualitative Themen als Zeilen angeordnet werden
- Quantitative Kategorien als Spalten erscheinen
- Die Zellen die Verbindung zwischen beiden Datentypen zeigen
Wenn Sie beispielsweise einen Fragebogen auswerten und gleichzeitig offene Antworten analysieren, bieten Joint Displays eine elegante Lösung zur Integration beider Datentypen.
Praxisbeispiel
Shaw et al. verwendeten 2013 in einer cluster-randomisierten Studie mit 23 Hausarztpraxen ein Side-by-Side-Display, um qualitative Implementierungsmerkmale (stark, moderat, schwach) neben quantitativen Screening-Raten darzustellen. Dadurch wurde deutlich, dass „Null-Studien" oft auf unterschiedliche Implementierungskontexte zurückzuführen waren, selbst wenn die statistischen Ergebnisse ähnlich waren.
Wichtig: Achten Sie auf konsistente Aggregationsebenen zwischen qualitativen und quantitativen Daten, um ungültige Vergleiche zu vermeiden.
Benötigen Sie Hilfe bei der statistischen Auswertung oder der Integration qualitativer und quantitativer Daten? Unsere Experten unterstützen Sie.
Diagramme für Bachelorarbeit, Paper oder Präsentation anpassen
Visualisierungen entfalten ihre Wirkung nur, wenn sie gezielt auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt sind.
„A more accurate definition for scientific visualization would be a graphical interface between people and data."
Ihre Zielgruppe verstehen
Bereits zu Beginn des Designprozesses sollte klar sein, wer die Visualisierungen nutzen wird:
| Zielgruppe | Charakteristik | Anpassung |
|---|---|---|
| Fachkollegen/Prüfer | Hohes Vorwissen | Weniger Hintergrundinformationen nötig |
| Studierende | Grundkenntnisse | Zusätzliche Erklärungen für Konzepte |
| Breite Öffentlichkeit | Wenig Fachkenntnisse | Vereinfachte Darstellung, klare Kernbotschaft |
Ein entscheidender Faktor ist die statistische Kompetenz der Zielgruppe. Wissenschaftler mit naturwissenschaftlichem Fokus sind beispielsweise mit „datentransparenten" Visualisierungen – wie Verteilungen oder Fehlerintervallen – vertrauter als Leser aus anderen Disziplinen.
Faustregel: Wenn eine Abkürzung nicht unter den ersten Google-Suchergebnissen erscheint, ist sie vermutlich zu spezifisch für ein breiteres Publikum.
Komplexe Daten zugänglich machen
Eine klare Botschaft ist entscheidend:
- Überschriften im Zeitungsstil: „Krebstodesfälle bei Männern höher" statt „Krebsmortalität nach Geschlecht"
- Direktbeschriftung: Beschriftungen direkt in die Diagramme integrieren, um kognitive Belastung zu verringern
- Farbakzente: Farben gezielt einsetzen, um wichtige Werte hervorzuheben
- Barrierefreiheit: Orange-blaue Farbschemata für Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche
Visualisierungen nach Medium anpassen
Das Präsentationsmedium beeinflusst stark, wie Visualisierungen wahrgenommen werden:
Für Präsentationen:
- Dickere Linien
- Größere Schrift
- Höherer Kontrast
- Weniger Details (kurze Betrachtungszeit)
Für Fachartikel und Abschlussarbeiten:
- Detaillierte Abbildungen möglich
- Ausführliche Bildunterschriften
- Leser analysieren im eigenen Tempo
Interessant: Eine Analyse von Wirtschaftsjournalen zeigt, dass in generalistischen Zeitschriften Abbildungen häufiger mit Zitierungen verbunden sind als Tabellen. In spezialisierten Fachjournalen hingegen werden Tabellen bevorzugt.
Checkliste: Diagramme für wissenschaftliche Arbeiten erstellen
Hier finden Sie eine praxisnahe Anleitung, um effektive Visualisierungen für Ihre Mustervorlage einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit zu gestalten.
Visualisierungen testen und optimieren
Visualisierungen erfordern oft mehrere Überarbeitungen. Ein guter Startpunkt ist die Arbeit in Graustufen. So können Sie sicherstellen, dass Hierarchie und Beziehungen der Daten klar erkennbar sind, bevor Sie gezielt Farben hinzufügen.
„A scientific figure is, by definition, tied to the data... and if you loosen this tie, you may unintentionally project a different message than intended."
Ihre Checkliste vor der Abgabe
Grundlagen
- ☐ Y-Achse beginnt bei Null (bei Balkendiagrammen)
- ☐ Maximal 5 Farben verwendet
- ☐ Keine 3D-Effekte
- ☐ Alle Achsen beschriftet (mit Einheiten)
Lesbarkeit
- ☐ Direktbeschriftung statt separater Legende
- ☐ Aussagekräftiger Titel im „Zeitungsstil"
- ☐ 1-Sekunden-Test bestanden
- ☐ „Versuchskaninchen-Test" mit Kolleg:innen
Barrierefreiheit
- ☐ Keine Rot-Grün-Kombinationen
- ☐ Kontrastverhältnis mindestens 4,5:1
- ☐ Muster oder Linienarten zusätzlich zu Farben
Dokumentation
- ☐ Verwendete Software angegeben
- ☐ Abbildungsnummer und Quellenangabe
- ☐ Originaldaten archiviert
Entscheidungen dokumentieren
Transparenz beginnt bereits im Methodenteil:
- Software angeben: Excel, SPSS, R, Tableau oder andere Tools
- Bearbeitungsschritte dokumentieren: Alle Anpassungen nachvollziehbar machen
- Bildunterschriften: Alle Abkürzungen und Symbole erklären
- Datenarchivierung: Originaldaten mindestens fünf Jahre nach Veröffentlichung aufbewahren
Benötigen Sie Unterstützung bei der professionellen Formatierung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit inklusive Diagrammgestaltung? Unsere Mentoren helfen Ihnen, Ihre Daten optimal zu präsentieren.
Fazit: Die wichtigsten Punkte für bessere Datenvisualisierung
Eine gelungene Datenvisualisierung beginnt mit einem Design, das auf die Zielgruppe abgestimmt ist. Setzen Sie auf Diagrammtypen, die Ihrer Zielgruppe vertraut sind und deren Vorwissen berücksichtigen.
Die drei Grundregeln
- Einfachheit: Entfernen Sie alles, was nicht zur Aussage beiträgt
- Konsistenz: Verwenden Sie durchgängig die gleichen Farben, Schriften und Stile
- Klarheit: Die Hauptaussage muss auf einen Blick erkennbar sein
Die Gestaltprinzipien – Nähe, Ähnlichkeit und Kontinuität – helfen dabei, zusammengehörige Elemente klar zu gruppieren und den Blick der Betrachter gezielt zu lenken.
„Testing a visualization is a must. Does the visualization work on paper? Is the electronic version readable? We should always look for external, objective reviewers."
Neben der inhaltlichen und optischen Aufbereitung spielt auch Barrierefreiheit eine entscheidende Rolle. Verwenden Sie orange-blaue Farbpaletten anstelle von Rot-Grün-Kombinationen, um auch Menschen mit Farbsehschwächen eine klare Interpretation zu ermöglichen.
„The art is to find a form of presentation that is clear and understandable without running the risk of the readers interpreting the data in the wrong way."
Effektive Datenvisualisierung ist mehr als nur Design – sie ist ein Werkzeug, um wissenschaftliche Erkenntnisse klar, präzise und für alle Zielgruppen verständlich zu kommunizieren.
Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich den passenden Diagrammtyp für meine Bachelorarbeit?
Bevor Sie sich für einen Diagrammtyp entscheiden, klären Sie zwei Fragen: (1) Welche Art von Daten haben Sie? (2) Was möchten Sie zeigen?
- Zeitliche Entwicklung: Liniendiagramm
- Kategorienvergleich: Balkendiagramm
- Korrelationen: Streudiagramm
- Anteile am Ganzen: Kreisdiagramm (max. 5 Kategorien)
Halten Sie die Darstellung so einfach wie möglich. Vermeiden Sie überladene Designs mit zu vielen Farben oder Kategorien.
Wie viele Diagramme sollte eine Bachelorarbeit enthalten?
Die Anzahl hängt vom Umfang und der Methodik ab. Als Faustregel: Pro 10 Seiten empirischer Auswertung sind 2-4 Diagramme angemessen. Qualität geht vor Quantität – jedes Diagramm sollte eine klare Aussage transportieren, die im Fließtext nicht besser vermittelt werden kann.
Bei einer 40-seitigen Bachelorarbeit mit 15 Seiten Ergebnisteil wären also 3-6 Diagramme ein guter Richtwert.
Darf ich Diagramme aus anderen Quellen in meiner Arbeit verwenden?
Ja, aber nur mit korrekter Quellenangabe:
- Übernommene Diagramme: „Quelle: [Autor, Jahr, S. X]"
- Angepasste Diagramme: „In Anlehnung an [Autor, Jahr, S. X]"
- Eigene Diagramme mit fremden Daten: „Eigene Darstellung. Daten: [Quelle]"
Achten Sie auf Urheberrechte, besonders bei Diagrammen aus Lehrbüchern oder Fachartikeln.
Welche Software eignet sich am besten für Diagramme in wissenschaftlichen Arbeiten?
Die Wahl hängt von Ihren Anforderungen ab:
| Tool | Ideal für | Lernkurve |
|---|---|---|
| Excel/Google Sheets | Einfache Balken-/Liniendiagramme | Niedrig |
| SPSS | Statistische Auswertungen | Mittel |
| R (ggplot2) | Komplexe, reproduzierbare Grafiken | Hoch |
| Tableau | Interaktive Visualisierungen | Mittel |
| Canva/PowerPoint | Finale optische Aufbereitung | Niedrig |
Für Bachelorarbeiten reicht meist Excel für einfache Diagramme und SPSS für statistische Grafiken.
Wie beschrifte ich Diagramme nach wissenschaftlichen Standards?
Jedes Diagramm benötigt:
- Abbildungsnummer: Fortlaufend (Abb. 1, Abb. 2, ...)
- Titel: Aussagekräftig, unter oder über dem Diagramm
- Achsenbeschriftungen: Mit Einheiten (z.B. „Umsatz in Mio. €")
- Legende: Bei mehreren Datenreihen
- Quellenangabe: Bei fremden Daten oder Darstellungen
Die genaue Formatierung richtet sich nach dem Zitierstil Ihrer Hochschule (APA, Harvard, etc.).
Welche Prinzipien sorgen für eine klare und effektive Visualisierung?
Eine gelungene Datenvisualisierung stützt sich auf zwei Säulen:
Gestalt-Prinzipien:
- Nähe: Zusammengehöriges nah beieinander
- Ähnlichkeit: Gleiche Farben/Formen für verwandte Daten
- Kontinuität: Linien und Verläufe leiten den Blick
Tufte's Prinzipien:
- Hohe Data-Ink-Ratio: Wenig „Tinte" für Nicht-Daten
- Keine unnötigen Dekorationen (Chartjunk)
- Präzise Skalierungen ohne Verzerrung
Wie stelle ich sicher, dass meine Datenvisualisierungen barrierefrei sind?
Für barrierefreie Visualisierungen:
- Farbwahl: Orange-blau statt rot-grün
- Kontrast: Mindestens 4,5:1 Verhältnis
- Redundanz: Farben UND Muster/Linienarten verwenden
- Alt-Text: Für digitale Versionen Bildbeschreibungen hinzufügen
- Datentabelle: Zusätzlich zur Grafik die Rohdaten bereitstellen


