BachelorarbeitGliederung Bachelorarbeit: Beispiele nach Fachbereich [2026]
Von Daniel M. Greiner • Aktualisiert: 14. Februar 2026 • 11 Min Lesezeit

Gliederung Bachelorarbeit: Beispiele nach Fachbereich [2026]
Von Daniel M. Greiner • Aktualisiert: 14. Februar 2026 • 11 Min Lesezeit

„Schicken Sie mir zuerst die Gliederung.“ Mit diesem Satz beginnt fast jede Betreuung, und mit ihm beginnt das Problem. Denn eine BWL-Arbeit mit Fragebogenerhebung braucht eine grundlegend andere Struktur als eine Literaturarbeit in Psychologie. Jura funktioniert nochmal nach einem komplett eigenen System.
Hier finden Sie vier vollständige Gliederungsbeispiele mit konkreten Kapitelüberschriften und Seitenangaben für eine 40-Seiten-Arbeit. Kein generisches „Einleitung, Hauptteil, Schluss“, sondern Strukturen, die sich direkt an Ihr Thema anpassen lassen. Alle Angaben stützen sich auf Leitfäden der LMU München, RWTH Aachen, TU Dresden und Ruhr-Universität Bochum sowie auf die DIN 1421.
Wer zuerst die allgemeinen Grundlagen zum Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten nachlesen möchte, findet sie in unserem separaten Ratgeber. Dieser Artikel setzt einen Schritt später an, bei der konkreten Gliederung für Ihren Fachbereich und Ihre Methode.
Was eine gute Gliederung ausmacht
Eine Gliederung sieht auf dem Papier immer überzeugend aus. Ob sie tatsächlich trägt, merken Sie erst beim Schreiben. Kapitel wachsen über ihre geplante Länge hinaus, Übergänge fehlen, die Gewichtung verschiebt sich. Fast immer liegt das nicht am Inhalt, sondern daran, dass die Struktur das Thema nicht richtig abbildet.
- •Roter Faden. Jedes Kapitel muss logisch zum nächsten führen. Das scheitert meistens an einer Stelle, dem Übergang von der Theorie zur Methodik. Wer in Kapitel 2 drei Modelle vorstellt, in Kapitel 3 aber nur eines davon operationalisiert, erzeugt einen Bruch, den jeder Prüfer sofort sieht. Die Gliederung funktioniert, wenn sie von der Forschungsfrage aus gedacht wird, nicht vom Inhaltsverzeichnis.
- •Proportionen. Einleitung und Fazit machen je 5 bis 10 Prozent des Textteils aus. Alles dazwischen (Theorie, Methodik, Ergebnisse, Diskussion) teilt sich die restlichen 80 bis 90 Prozent. Das klingt selbstverständlich, aber in der Praxis schreiben viele Studierende 20 Seiten Theorie und merken dann, dass für Ergebnisse und Diskussion nur noch 8 Seiten übrig sind. Die genaue Verteilung hängt vom Arbeitstyp ab, wie die Beispiele weiter unten zeigen. Mehr zum Gesamtumfang im Ratgeber zur Bachelorarbeit-Länge.
- •Gliederungstiefe. Drei Ebenen reichen fast immer. Wer bei 1.2.3.1 angekommen ist, hat vermutlich ein Strukturproblem.
- •Mindestens-Zwei-Regel. Wo es 2.1 gibt, muss auch 2.2 folgen. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Regel nach DIN 1421.
Vier bis sechs Hauptkapitel sind bei einer Bachelorarbeit der Normalfall. Deutlich mehr deutet darauf hin, dass sich thematisch verwandte Kapitel zusammenlegen lassen. Umgekehrt signalisieren mehr als fünf Unterpunkte auf einer Ebene, dass eine Zwischenebene fehlt.
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Gliederung für empirische Bachelorarbeiten
Empirische Arbeiten in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bilden den Forschungsprozess direkt in der Gliederung ab. Erst den theoretischen Rahmen setzen, dann die Erhebung dokumentieren, dann die Daten präsentieren, dann einordnen. In MINT-Fächern heißt dieses Schema IMRAD. Der Name ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass die Gliederung den Gang der Untersuchung widerspiegelt und nicht einer willkürlichen Reihenfolge folgt.
Thema: Einfluss von Social-Media-Marketing auf die Kaufentscheidung im deutschen E-Commerce (40 Seiten)
1 Einleitung [2 S. | 5 %]
1.1 Problemstellung und Relevanz
1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen [8 S. | 20 %]
2.1 Kaufentscheidungsprozesse im E-Commerce
2.2 Social-Media-Marketing: Kanäle und Wirkungsmechanismen
2.3 Forschungsstand und Hypothesenableitung
3 Methodik [6 S. | 15 %]
3.1 Forschungsdesign und Stichprobe
3.2 Fragebogenkonzeption
3.3 Auswertungsmethode
4 Ergebnisse [12 S. | 30 %]
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Hypothesenprüfung
4.3 Weitere Befunde
5 Diskussion [10 S. | 25 %]
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Einordnung in den Forschungsstand
5.3 Limitationen
6 Fazit und Ausblick [2 S. | 5 %]
Vor der Einleitung stehen die Verzeichnisse:
- Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis (falls vorhanden)
- Tabellenverzeichnis (falls vorhanden)
- Abkürzungsverzeichnis (falls nötig)
Diese Verzeichnisse zählen nicht zum Seitenumfang der Arbeit. Sie bekommen römische Seitenzahlen (I, II, III). Die Einleitung beginnt mit Seite 1 (arabische Ziffern).
Beachten Sie die Abhängigkeit zwischen den Kapiteln. Der Theorieteil definiert die Begriffe und Modelle, auf die Methodik und Diskussion zurückgreifen. Wenn Sie in Kapitel 5 eine Theorie diskutieren, die in Kapitel 2 nicht vorkommt, fällt das auf. Das Methodik-Kapitel hat eine eigene Anforderung: Es muss so geschrieben sein, dass eine andere Person Ihre Erhebung nachvollziehen und im Idealfall wiederholen könnte. Bei quantitativen Arbeiten bleiben Ergebnisse und Diskussion getrennt. Bei qualitativen Methoden lassen sich beide zusammenlegen, aber klären Sie das vorher mit Ihrer Betreuungsperson.
Prüfen Sie vor der Ausarbeitung die Vorgaben Ihres Studiengangs. Manche Prüfungsordnungen schreiben eine abweichende Struktur vor, etwa ein gemeinsames Kapitel für Ergebnisse und Diskussion.
Die Seitenangaben in eckigen Klammern beziehen sich auf den reinen Textteil, also Einleitung bis Fazit. Verzeichnisse, Anhang und Deckblatt zählen nicht dazu. Falls Sie unsicher sind, wie viele Seiten Ihre Arbeit insgesamt umfassen soll, hilft der Seitenrechner.
Gliederung für theoretische Bachelorarbeiten
Geisteswissenschaftliche Arbeiten brauchen kein Methodik-Kapitel im klassischen Sinne, weil sie keine Daten erheben. An die Stelle von Fragebogen und Statistik tritt die Arbeit mit Texten, Konzepten oder Diskursen. Das hat Konsequenzen für die Gliederung. Sie folgt keinem linearen Forschungsprozess, bei dem ein Schritt den nächsten ergibt, sondern einer argumentativen Logik. Jedes Kapitel muss die zentrale These weitertreiben.
Thema: Identitätskonstruktion in der deutschsprachigen Migrationsliteratur nach 2000 (40 Seiten)
1 Einleitung [3 S. | 8 %]
1.1 Hinführung und Relevanz
1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen [10 S. | 25 %]
2.1 Identität und Alterität: Begriffsdefinitionen
2.2 Postkoloniale Literaturtheorie als analytischer Rahmen
2.3 Forschungsstand zur deutschsprachigen Migrationsliteratur
3 Identitätskonstruktion bei Emine Sevgi Özdamar [10 S. | 25 %]
3.1 Sprachliche Hybridität als Identitätsmarker
3.2 Räumliche Verortung zwischen Herkunft und Ankunft
4 Identitätskonstruktion bei Saša Stanišić [10 S. | 25 %]
4.1 Erinnerung und Identität in Herkunft
4.2 Zugehörigkeit als Verhandlung
5 Vergleichende Diskussion [4 S. | 10 %]
5.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
5.2 Einordnung in den Forschungskontext
6 Fazit [3 S. | 7 %]
Kapitel 3 und 4 tragen die Arbeit. Hier findet die Analyse statt, die Ihre Bachelorarbeit von einer Literaturzusammenfassung unterscheidet. Ob Sie die thematischen Kapitel nach Autoren, Epochen oder Aspekten ordnen, hängt von Ihrem Thema ab. Wichtig ist die Klammer: Kapitel 5 (Vergleichende Diskussion) muss die Ergebnisse aus beiden Analysekapiteln zusammenführen. Ohne dieses Kapitel stehen zwei Einzelanalysen nebeneinander, die nichts miteinander zu tun haben. Wer zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, findet in unserem Anfänger-Guide eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Gliederung für Literaturarbeiten
Viele Studierende unterschätzen den methodischen Anspruch einer Literaturarbeit. Wer keine eigenen Daten erhebt, braucht trotzdem ein Methodik-Kapitel. Es dokumentiert die Suchstrategie, die Ein- und Ausschlusskriterien und das Auswertungsverfahren. Genau das unterscheidet die Literaturarbeit von der rein theoretischen Arbeit, bei der das methodische Vorgehen in der Einleitung kurz skizziert wird. In der Psychologie, den Sozialwissenschaften und zunehmend auch in der BWL ist diese Arbeitsform verbreitet.
Thema: Auswirkungen von Remote Work auf die psychische Gesundheit von Arbeitnehmenden (40 Seiten)
1 Einleitung [3 S. | 7 %]
1.1 Ausgangslage und Relevanz
1.2 Forschungsfrage
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund [8 S. | 20 %]
2.1 Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Begriffe und Modelle
2.2 Remote Work: Definition und Verbreitung seit 2020
2.3 Aktueller Forschungsstand
3 Methodik der Literaturrecherche [5 S. | 12 %]
3.1 Suchstrategie und Datenbanken
3.2 Ein- und Ausschlusskriterien
3.3 Auswertungsverfahren
4 Ergebnisse der Literaturanalyse [14 S. | 35 %]
4.1 Positive Effekte: Autonomie und Flexibilität
4.2 Negative Effekte: Isolation und Entgrenzung
4.3 Moderierende Faktoren
5 Diskussion [7 S. | 18 %]
5.1 Synthese der Ergebnisse
5.2 Implikationen für die Praxis
5.3 Limitationen der Literaturrecherche
6 Fazit und Forschungsausblick [3 S. | 8 %]
Das Ergebniskapitel ist bei Literaturarbeiten meistens das umfangreichste, weil hier die eigentliche Syntheseleistung steckt. Sortieren Sie die Befunde thematisch, nicht nach Autoren. Wer Studie für Studie referiert, produziert eine annotierte Bibliografie, keine Analyse. In diesem Beispiel ergeben sich drei Kategorien aus der Forschungsfrage, nämlich positive Effekte, negative Effekte und moderierende Faktoren.
Abgrenzung: Literaturarbeit vs. Systematic Review
Eine klassische Literaturarbeit fasst Quellen qualitativ zusammen. Ein Systematic Review geht weiter und dokumentiert jeden Schritt der Recherche so, dass er reproduzierbar ist (Suchstrings, PRISMA-Diagramm, Qualitätsbewertung). Fragen Sie Ihren Betreuer, welche Variante erwartet wird.
Gliederung für Jura-Arbeiten (Sonderfall)
Die Jura-Gliederung spielt nach eigenen Regeln. Während alle anderen Fachbereiche mit der dezimalen Nummerierung arbeiten (1, 1.1, 1.2), verwendet die Rechtswissenschaft ein alphanumerisches System, das auf den ersten Blick ungewohnt wirkt.
Dieses System ist keine Empfehlung und keine Alternative. Es ist der verbindliche Standard für juristische Arbeiten an deutschen Hochschulen. Die Hierarchie kann bis zu acht Ebenen tief gehen, üblich sind drei bis fünf. Auch hier gilt die Mindestens-Zwei-Regel. Wer A sagt, muss auch B sagen.
Juristische Bachelorarbeiten (Schwerpunktbereichsarbeiten) umfassen typischerweise 20 bis 25 Seiten reinen Textteil. Das ist deutlich weniger als in anderen Fächern, bei höherer Argumentationsdichte pro Seite.
Thema: Die datenschutzrechtliche Zulässigkeit von KI-gestützten Scoring-Verfahren nach der DSGVO (25 Seiten)
A. Einleitung [2 S. | 8 %]
B. Datenschutzrechtlicher Rahmen [6 S. | 24 %]
I. Die DSGVO als regulatorische Grundlage
1. Anwendungsbereich und Grundbegriffe
2. Automatisierte Einzelentscheidungen (Art. 22 DSGVO)
II. KI-gestützte Scoring-Verfahren in der Praxis
C. Rechtliche Bewertung [14 S. | 56 %]
I. Zulässigkeit nach Art. 22 Abs. 1 DSGVO
1. Vorliegen einer automatisierten Entscheidung
a) Meinungsstand in der Literatur
b) Stellungnahme
2. Erhebliche Beeinträchtigung
II. Ausnahmetatbestände nach Art. 22 Abs. 2 DSGVO
1. Einwilligung
2. Vertragserfüllung
III. Transparenzpflichten (Art. 13, 14 DSGVO)
D. Fazit [3 S. | 12 %]
Die Gliederung allein reicht in Jura nicht. Jeder Prüfungspunkt innerhalb dieser Struktur folgt dem Gutachtenstil. Obersatz formulieren, Norm definieren, auf den Sachverhalt anwenden, Ergebnis festhalten. Das bedeutet für die Gliederung, dass jeder Unterpunkt (etwa „a) Meinungsstand in der Literatur“) einen eigenständigen Prüfungsgang enthält. Bei Meinungsstreitigkeiten stellen Sie die vertretenen Positionen dar und beziehen am Ende Stellung. Die Gliederung macht sichtbar, wo die Streitpunkte liegen.
Nicht nur für LL.B.
Das alphanumerische Gliederungssystem gilt für alle juristischen Arbeiten: Seminararbeiten, Schwerpunktarbeiten, LL.B.-Arbeiten und Masterarbeiten. Wenn Ihre Prüfungsordnung keine andere Vorgabe macht, verwenden Sie dieses System.

Gliederungstiefe und Nummerierung
Drei Ebenen reichen für die meisten Bachelorarbeiten. Das ist keine Daumenregel, sondern die explizite Empfehlung der RWTH Aachen. Maximal drei Ebenen mit Nummerierung. Ab der vierten Ebene verwenden Sie fette Überschriften ohne Nummer. Die TU Dresden formuliert es ähnlich und verweist direkt auf die DIN 1421.
DIN 1421: Die drei wichtigsten Regeln
- 1.Arabische Ziffern, Ebenen durch Punkt getrennt (1, 1.1, 1.1.1)
- 2.Jede Gliederungsebene braucht mindestens zwei Unterpunkte
- 3.Kapitelnummern ohne Punkt am Ende („1 Einleitung“, nicht „1.“)
Die Nummerierung ist weniger einheitlich, als man erwarten würde. An der Humboldt-Universität Berlin sind numerische, römische und alphanumerische Systeme gleichermaßen erlaubt. Die Ruhr-Universität Bochum verlangt ausdrücklich, dass nach Kapitelnummern kein Punkt steht. Besorgen Sie sich den Leitfaden Ihres Fachbereichs, bevor Sie sich für ein Format entscheiden.
Ein Detail, das viele übersehen. Jeder Gliederungspunkt muss Text enthalten. Die Ruhr-Universität Bochum schreibt das explizit vor. Nach der Überschrift „2 Theoretische Grundlagen“ darf nicht direkt „2.1“ folgen. Zwischen Kapitelüberschrift und erstem Unterpunkt gehört ein einleitender Absatz, der das Kapitel einordnet und seine Funktion im Gesamtaufbau erklärt.
Weiterführende Lektüre: Uni-Leitfäden
Viele Hochschulen stellen eigene Leitfäden zum wissenschaftlichen Arbeiten bereit. Diese enthalten fachbereichsspezifische Vorgaben zu Gliederung, Formatierung und Nummerierung.
- •LMU München, School of Management: Leitfaden zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten (2024)
- •Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl HRM: Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten (September 2023)
- •RWTH Aachen: Richtlinien für die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten (2024)
- •TU Dresden: Empfehlungen für die Ausarbeitung wissenschaftlicher Arbeiten (DIN 1421)
- •Humboldt-Universität Berlin, Nordeuropa-Institut: Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten
Suchen Sie auf der Webseite Ihres Fachbereichs nach „Leitfaden wissenschaftliches Arbeiten“. Die meisten Institute haben ein eigenes Dokument.
Häufige Fehler bei der Gliederung
Fünf Fehler, die in fast allen Korrekturschleifen auftauchen. Keiner davon ist komplex, aber alle kosten Punkte, wenn sie in der Abgabeversion stehen.
Gliederung nicht mit dem Betreuer abgesprochen
Die Gliederung steht, 30 Seiten sind geschrieben, und der Betreuer sagt: „Das geht so nicht.“ Dieses Szenario lässt sich vermeiden.
Lösung: Spätestens nach der Literaturrecherche einen Gliederungsentwurf vorlegen. Die meisten Betreuenden geben in 10 Minuten Feedback, das Wochen Umschreibarbeit erspart.
Überschriften als Fragen formuliert
„Was ist Social-Media-Marketing?“ als Kapitelüberschrift liest sich wie ein FAQ-Abschnitt, nicht wie eine wissenschaftliche Arbeit. Überschriften sind Aussagen oder Themenbezeichnungen.
Lösung: Statt „Was ist Kundenbindung?“ besser „2.1 Kundenbindung: Definition und Abgrenzung“. Die Forschungsfrage gehört in die Einleitung, nicht in die Kapitelüberschriften.
Proportionen ignoriert
Zwei Seiten Theorie, zwanzig Seiten Ergebnisse. Die Arbeit wirkt dann nicht tiefgründig, sondern unvorbereitet. Ein theoretischer Rahmen, der kürzer ist als das Fazit, signalisiert dem Prüfer, dass die Literaturarbeit zu kurz kam.
Lösung: Verwenden Sie die Prozentangaben aus den Beispielgliederungen oben als Orientierung. Der Seitenrechner hilft bei der konkreten Planung.
Kapitel ohne Übergänge aneinandergereiht
Kapitel 2 endet, Kapitel 3 beginnt, ohne dass erkennbar ist, warum das eine auf das andere folgt. Der rote Faden reißt.
Lösung: Schließen Sie jedes Kapitel mit einem kurzen Satz ab, der zum nächsten überleitet. Das kostet eine Zeile und spart den Lesenden die Frage, was als Nächstes kommt.
Beispielgliederung 1:1 übernommen
Die Beispiele in diesem Artikel und in Leitfäden sind Ausgangspunkte. Eine Gliederung, die nicht auf Ihr konkretes Thema zugeschnitten ist, fällt spätestens dem Betreuer auf.
Lösung: Ersetzen Sie alle generischen Überschriften durch Begriffe aus Ihrem Thema. „2.1 Theoretische Grundlagen“ wird zu „2.1 Transaktionskostentheorie nach Williamson“. So zeigen Sie fachliche Orientierung.
Gliederung steht? Zeitplan erstellen.
Sobald Ihre Kapitelstruktur steht, wissen Sie, welche Abschnitte den meisten Aufwand erfordern. Unser Zeitplaner hilft Ihnen, realistische Deadlines zu setzen. Alternativ gibt der Zeitplan-Ratgeber einen Überblick über die drei Phasen einer Bachelorarbeit.
Zum Zeitplaner →Häufige Fragen zur Gliederung einer Bachelorarbeit

Fazit: Die richtige Struktur für Ihren Fachbereich
Vier Arbeitstypen, vier Strukturlogiken. Empirisch nach IMRAD mit klar getrenntem Methodik- und Ergebnisteil. Theoretisch ohne Empirie, dafür mit argumentativen Analysekapiteln. Literaturarbeit mit dokumentierter Suchstrategie als Methodik. Und Jura mit alphanumerischem System, das von der Dezimalnummerierung abweicht.
Nutzen Sie die Beispielgliederungen als Ausgangspunkt, ersetzen Sie generische Überschriften durch themenspezifische Begriffe, sprechen Sie den Entwurf mit Ihrer Betreuungsperson ab. Sobald die Gliederung steht, planen Sie den Zeitplan für die Schreibphase.
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Über den Autor: Daniel M. Greiner
Daniel M. Greiner ist Gründer & Inhaber von ManuskriptMentor. Mit einem Master of Arts in Medienwissenschaften (Universität Siegen) und aktuell laufendem MA in Bildungswissenschaften verbindet er akademische Expertise mit über 10 Jahren Business-Erfahrung in Fintech und SaaS.
Seit 2022 ist er auf akademisches Schreiben spezialisiert und unterstützt Studierende in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften und Kulturwissenschaften. Seine Schwerpunkte: forschungsbasierte Texte, wissenschaftliche Methodik und strukturierte Planung von Abschlussarbeiten.
