Wissenschaftliches Arbeiten

Abbildungen zitieren: Beispiele & Anleitung

Von Daniel M. Greiner • Aktualisiert: 1. März 2026 • 14 Min Lesezeit

Wissenschaftliche Abbildung mit Quellenangabe auf einem Schreibtisch neben Lineal und Notizzettel

Abbildungen sind der häufigste Ort für Zitierfehler in Abschlussarbeiten. Nicht weil Studierende absichtlich schludern, sondern weil vier verschiedene Stellen gleichzeitig korrekt sein müssen. Die Beschriftung unter der Grafik, der Verweis im Fließtext, der Eintrag im Literaturverzeichnis und das Abbildungsverzeichnis. Wer eine davon vergisst, riskiert eine formale Abwertung oder im schlimmsten Fall einen Plagiatsverdacht.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Abbildungen in Ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit richtig zitieren. Sie finden Regeln für APA 7, Harvard und die Deutsche Zitierweise, konkrete Beispiele, eine Vergleichstabelle und eine Checkliste für die Abgabe.

Auf einen Blick

  • 4 Pflicht-Elemente: was bei jeder Abbildung stimmen muss
  • 3 Abbildungstypen: fremde, modifizierte und eigene Darstellungen
  • Zitierstil-Vergleich: APA 7, Harvard und Deutsche Zitierweise nebeneinander
  • Sonderfälle: Internet-Grafiken, Statista, Wikipedia und KI-Abbildungen

Alle Empfehlungen basieren auf Leitfäden deutscher und österreichischer Hochschulen sowie dem APA Publication Manual (7. Auflage). Quellenverweise finden Sie direkt im Text.

💡Tipp: Nutzen Sie die Navigation für schnellen Zugriff.

Was gilt als Abbildung in wissenschaftlichen Arbeiten?

Als Abbildung gilt jedes visuelle Element, das kein Fließtext ist: Diagramme, Fotos, Screenshots, Karten, Graphen, konzeptionelle Modelle. Tabellen bilden eine Ausnahme. Sie erhalten eine eigene Nummerierung und ein separates Verzeichnis.

Die Hochschule Reutlingen bringt die Grundregel auf den Punkt: Sobald es sich nicht um eine eigene Leistung handelt, muss die Quelle angegeben werden. Unabhängig vom Abbildungstyp.

In Abschlussarbeiten kommen typischerweise folgende Abbildungstypen vor:

  • Balkendiagramme und Kreisdiagramme: für quantitative Auswertungen
  • Linien- und Flächendiagramme: für Zeitverläufe
  • Fotos und Screenshots: als Belege oder Dokumentation
  • Karten und Lageskizzen: in Geografie, Raumplanung, Soziologie
  • Konzeptionelle Modelle und Flussdiagramme: für theoretische Rahmen

Abbildung vs. Tabelle: der zentrale Unterschied

Abbildungen und Tabellen werden getrennt nummeriert. Abbildungen erhalten die Bezeichnung „Abbildung 1, 2, 3“ (oder „Abb.“), Tabellen „Tabelle 1, 2, 3“. Für beide brauchen Sie ein separates Verzeichnis. Manche Hochschulen erlauben ein gemeinsames „Darstellungsverzeichnis“. Prüfen Sie den Leitfaden Ihrer Fakultät.

Die 4 Pflicht-Elemente beim Abbildungszitieren

Jede Abbildung in einer wissenschaftlichen Arbeit muss an vier Stellen korrekt eingebunden sein. Fehlt eine davon, ist die Quellenangabe unvollständig. Das Schreibzentrum der PH Zürich nennt Nummerierung, Titel, Urheberschaft und Kurzverweis als Pflichtbestandteile der Bildunterschrift.

Die 4 Pflicht-Elemente beim Zitieren von Abbildungen
ElementWo?Was gehört hinein?Beispiel
1. QuellenangabeDirekt unter der AbbildungAutor, Jahr, Seitenzahl (bei Fremdabb.) oder „Eigene Darstellung“Quelle: Müller (2021), S. 35.
2. TextverweisIm Fließtext (vor oder nach der Abb.)Verweis auf Abbildungsnummer„siehe Abbildung 1“ oder „Abbildung 1 zeigt…“
3. LiteraturverzeichnisAm Ende der ArbeitVollständiger Quelleneintrag (nur bei Fremdabb.)Müller, A. (2021). Titel. Verlag.
4. AbbildungsverzeichnisNach dem InhaltsverzeichnisNummer + Titel + Seitenzahl (keine Quellenangabe!)Abbildung 1: Modell der Kundenzufriedenheit … 12

Häufiger Fehler: Quellenangaben im Abbildungsverzeichnis

Das Abbildungsverzeichnis enthält ausschließlich Nummer, Titel und Seitenzahl. Quellenangaben stehen unter der Abbildung im Text und im Literaturverzeichnis, niemals im Abbildungsverzeichnis selbst. Diesen Fehler sehen Prüfende regelmäßig, wie die Universität Bamberg in ihrem Leitfaden betont.

Jede Abbildung muss im Fließtext erwähnt werden. Eine Grafik, die zwischen zwei Absätzen steht, ohne dass der Text darauf Bezug nimmt, hat in einer wissenschaftlichen Arbeit nichts verloren. Der Leitfaden der Universität Bamberg macht diese Verankerungspflicht unmissverständlich deutlich.

Anatomie einer korrekten Abbildungsbeschriftung

Quelle: APA Publication Manual, 7. Auflage, Kapitel 7

APA 7 — Position der ElementeÜBER der AbbildungAbbildung 3← fett, eigene ZeileEntwicklung der Studierendenzahlen, 2015–2023← kursiv[Abbildung / Diagramm / Grafik]UNTER der AbbildungAnmerkung.← kursiv, Pflichtformat APA 7n = 2.948.703 Studierende (WS 2022/23).← Kontext zur AbbildungAus "Studienanfänger" von Statistisches Bundesamt, 2023.← VollzitatIm öffentlichen Bereich.← nur bei geschützten WerkenNummerTitelAnmerkungErläuterungQuellenangabeUrheberrecht

Drei Typen von Abbildungen und ihre Quellenangabe

Nicht jede Abbildung braucht denselben Zitiervermerk. Den Ausschlag gibt, wie viel Eigenleistung darin steckt. Die Hochschule Reutlingen unterscheidet vier Fälle, die sich in der Praxis auf drei Haupttypen verdichten lassen.

Drei Abbildungstypen und ihre Quellenangabe
TypBeschreibungQuellenangabe unter der AbbildungLiteraturverzeichnis?
Fremde Abbildung (1:1 übernommen)Grafik aus einer Quelle ohne Veränderung kopiertQuelle: Autor (Jahr), S. X.Ja — vollständiger Eintrag
Modifizierte AbbildungGrafik aus einer Quelle übernommen und verändert (angepasst, übersetzt, erweitert)Eigene Darstellung in Anlehnung an Autor (Jahr), S. X.Ja — Originalquelle eintragen
Eigene DarstellungSelbst erstellt ohne VorlageEigene Darstellung.Nein
Eigene Darstellung mit FremddatenSelbst erstellt, aber auf Basis fremder DatenEigene Darstellung. Daten: Autor (Jahr), S. X.Ja — Datenquelle eintragen

Typ 1: Fremde Abbildung (1:1 übernommen)

Sie haben eine Grafik aus einem Buch, einer Studie oder einer Website kopiert, ohne etwas daran zu verändern. Eine vollständige Quellenangabe ist Pflicht, unter der Abbildung und im Literaturverzeichnis. Beispiel:

Abbildung 3: Modell der Kundenzufriedenheit

Quelle: Müller (2021), S. 35.

Typ 2: Modifizierte Abbildung („in Anlehnung an“)

Sie haben eine fremde Grafik als Vorlage genutzt, aber Veränderungen vorgenommen: übersetzt, gekürzt, erweitert oder grafisch neu gestaltet. Mit dem Vermerk „in Anlehnung an“ machen Sie kenntlich, dass Eigenleistung und Vorlage zusammenkommen. Beispiel:

Abbildung 4: Phasenmodell der Teambildung (angepasst)

Eigene Darstellung in Anlehnung an Tuckman (1965), S. 396.

Typ 3: Eigene Darstellung

Sie haben die Abbildung vollständig selbst erstellt, ohne Vorlage. Ein Eintrag im Literaturverzeichnis ist nicht nötig. Trotzdem bleibt die Beschriftung Pflicht. Visualisieren Sie eigene Daten (z. B. Umfrageergebnisse), genügt „Eigene Darstellung“. Basieren die Daten auf einer externen Quelle, muss diese zusätzlich genannt werden.

Abbildung 5: Altersverteilung der Befragten

Eigene Darstellung.

Prüfen Sie den Leitfaden Ihrer Hochschule

Die Bezeichnungen variieren je nach Universität. Manche verlangen „Quelle: Eigene Darstellung“ statt nur „Eigene Darstellung“. Andere schreiben „Quelle: Eigene Erhebung“ bei empirischen Daten vor. Der Leitfaden Ihres Lehrstuhls hat immer Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.

Abbildungen zitieren nach Zitierstil: APA, Harvard und Deutsche Zitierweise im Vergleich

Hier steckt die größte Fehlerquelle. Jeder Zitierstil hat eigene Regeln für die Platzierung von Nummer, Titel und Quellenangabe. Bei APA 7 stehen Nummerierung und Titel oberhalb der Abbildung. Bei Harvard und der Deutschen Zitierweise gehört beides darunter. Das APA Publication Manual (7. Auflage) dokumentiert diese Besonderheit ausführlich.

Vergleich: Abbildungen zitieren nach APA 7, Harvard und Deutscher Zitierweise
MerkmalAPA 7HarvardDeutsche Zitierweise
Position Nummer + TitelÜber der AbbildungUnter der AbbildungUnter der Abbildung
Format der Nummer„Abbildung 1“ (fett)„Abb. 1:“„Abb. 1:“
Titel-FormatKursiv, unter der NummerNach Doppelpunkt, normalNach Doppelpunkt, normal
Quellenangabe-PositionAls „Anmerkung.“ unter der AbbildungIn Klammern nach dem TitelAls „Quelle:“ unter dem Titel
Quellenangabe fremde Abb.Anmerkung. Aus Autor (Jahr, S. X).(Autor Jahr, S. X)Quelle: Autor (Jahr), S. X.
Quellenangabe modifiziertAnmerkung. Adaptiert aus Autor (Jahr).(Eigene Darst. in Anlehnung an Autor Jahr)Quelle: Eig. Darst. in Anlehnung an Autor (Jahr).
Quellenangabe eigene Abb.Keine Anmerkung nötig (oder: Eigene Darstellung)(Eigene Darstellung)Quelle: Eigene Darstellung.
LiteraturverzeichnisNach Quellentyp (Buch, Journal etc.)Autor, Jahr, Titel, VerlagVollständiger Quelleneintrag

APA 7: Titel oberhalb der Abbildung

APA 7 ist der einzige gängige Zitierstil, bei dem Nummerierung und Titel über der Abbildung stehen. Das APA Publication Manual schreibt dieses Format verbindlich vor. Ein Beispiel für eine fremde Abbildung:

Abbildung 1

Einflussfaktoren der Mitarbeiterzufriedenheit

[Abbildung hier]

Anmerkung. Aus „Arbeitszufriedenheit im Wandel“ von K. Schmidt, 2022, Zeitschrift für Arbeitspsychologie, 36(2), S. 145. Copyright 2022 Hogrefe Verlag.

Harvard: Kompakt unter der Abbildung

Bei Harvard bilden Nummer, Titel und Quelle unterhalb der Grafik eine kompakte Einheit. Beispiel:

[Abbildung hier]

Abb. 1: Einflussfaktoren der Mitarbeiterzufriedenheit (Schmidt 2022, S. 145)

Deutsche Zitierweise: Mit explizitem „Quelle:“

Die Deutsche Zitierweise trennt Titel und Quellenangabe optisch durch eine separate Zeile mit „Quelle:“. Beispiel:

[Abbildung hier]

Abb. 1: Einflussfaktoren der Mitarbeiterzufriedenheit

Quelle: Schmidt (2022), S. 145.

Das folgende Beispiel zeigt eine vollständige APA-7-Beschriftung. Klicken Sie auf die Kategorien in der Legende, um einzelne Elemente hervorzuheben.

Vollständige Abbildungsbeschriftung nach APA 7

Beispiel basierend auf Destatis-Daten (Quelle: APA Publication Manual, 7. Auflage, Kap. 7)

Abbildung 3 Entwicklung der Studierendenzahlen an deutschen Hochschulen, 2015–2023 [Balkendiagramm] Anmerkung. n = 2.948.703 Studierende (Wintersemester 2022/23). Differenziert nach Hochschulart. Aus „Studienanfänger, Studierende und Absolventen" von Statistisches Bundesamt, 2023 (https://www.destatis.de). Im öffentlichen Bereich.

Abbildungsverzeichnis erstellen: Schritt für Schritt in Word

Das Abbildungsverzeichnis listet alle Abbildungen mit Nummer, Titel und Seitenzahl. Quellenangaben gehören nicht hinein, sie stehen ausschließlich unter der jeweiligen Abbildung im Text. Ab drei Abbildungen wird ein Verzeichnis an den meisten Hochschulen erwartet, wie die PH Zürich in ihrem Schreibzentrum-Leitfaden beschreibt.

Platzierung im Dokument

Die übliche Reihenfolge der Verzeichnisse in einer Bachelorarbeit-Gliederung:

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Abbildungsverzeichnis
  3. Tabellenverzeichnis
  4. Abkürzungsverzeichnis
  5. [Haupttext]
  6. Literaturverzeichnis
  7. Anhang

Manche Hochschulen platzieren das Abbildungsverzeichnis nach dem Literaturverzeichnis. Hier gilt: Prüfen Sie die Vorgaben Ihres Studiengangs.

Word-Anleitung in 3 Schritten

Microsoft Word erstellt das Abbildungsverzeichnis automatisch, vorausgesetzt, Sie haben Ihre Abbildungen korrekt beschriftet. So gehen Sie vor:

1

Beschriftung unter jede Abbildung einfügen

Klicken Sie auf die Abbildung, dann auf Referenzen → Beschriftung einfügen. Wählen Sie „Abbildung“ als Bezeichnung. Word nummeriert automatisch durch. Alternativ: Rechtsklick auf die Abbildung → „Beschriftung einfügen“.

2

Abbildungsverzeichnis einfügen

Setzen Sie den Cursor an die gewünschte Stelle. Klicken Sie auf Referenzen → Abbildungsverzeichnis einfügen. Word generiert das Verzeichnis automatisch aus allen vorhandenen Beschriftungen.

3

Verzeichnis vor Abgabe aktualisieren

Rechtsklick auf das Abbildungsverzeichnis → Felder aktualisieren → „Gesamtes Verzeichnis aktualisieren“ wählen. Damit stimmen Seitenzahlen und Titel überein. Tun Sie das als letzten Schritt vor dem Export als PDF.

Tipp: Abbildungs- und Tabellenverzeichnis getrennt halten

Erstellen Sie für Tabellen ein separates Tabellenverzeichnis. In Word wählen Sie dazu einfach „Tabelle“ statt „Abbildung“ als Bezeichnung. Nur wenn Sie insgesamt weniger als drei Abbildungen und Tabellen haben, ist ein gemeinsames „Darstellungsverzeichnis“ vertretbar.

Sonderfälle: Internet, Wikipedia, Statista und KI-Abbildungen

Nicht jede Abbildung stammt aus einem Fachbuch. Viele Studierende greifen auf Grafiken aus dem Internet, Datenbanken wie Statista oder KI-Tools zurück. Jede dieser Quellen verlangt eine etwas andere Handhabung.

Internet-Abbildungen: URL und Abrufdatum sind Pflicht

Stammt eine Abbildung von einer Website, müssen URL und Abrufdatum in der Quellenangabe stehen. Online-Inhalte verändern sich oder verschwinden. Ohne Abrufdatum lässt sich die Quelle nachträglich nicht nachvollziehen. Format:

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (2024). URL: https://www.bmbf.de/grafik.jpg. Abgerufen am 15.01.2026.

Wikipedia: Creative-Commons-Lizenz beachten

Wikipedia-Bilder stehen unter verschiedenen Creative-Commons-Lizenzen. Welche Lizenz gilt, steht auf der jeweiligen Dateibeschreibungsseite. Wichtig: Nicht „Wikipedia“ als Quelle angeben, sondern den Originalautor. Format:

Quelle: [Benutzername/Autor], [Jahr]. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Via Wikimedia Commons.

Statista: Lizenzpflichtig, besondere Vorsicht

Statista-Grafiken sind lizenzpflichtig. Viele Hochschulen haben Campus-Lizenzen, fragen Sie bei Ihrer Bibliothek nach. Das Quellenformat:

Quelle: Statista (2025). [Titel der Statistik]. URL: https://de.statista.com/... Abgerufen am [Datum].

KI-generierte Abbildungen: Midjourney, DALL-E, Stable Diffusion

Dieser Bereich ist noch nicht einheitlich geregelt. Hochschulen handhaben KI-generierte Bilder unterschiedlich. Aus der wissenschaftlichen Diskussion hat sich eine Empfehlung herauskristallisiert: Tool, Version, Erstellungsdatum und Prompt angeben. Im Zweifel klären Sie das vorab mit Ihrer Betreuerin oder Ihrem Betreuer.

Eigene Darstellung. Erstellt mit Midjourney v6 am 10.01.2026. Prompt: „scientific model of customer satisfaction, infographic style, white background“.

KI-Bilder und Urheberrecht: Kein Schutz ohne menschliche Schöpfungshöhe

Nach aktuellem Stand (2025/2026) genießen rein KI-generierte Bilder keinen Urheberrechtsschutz, da die nötige menschliche Schöpfungshöhe fehlt. Für Ihre Arbeit bedeutet das: Sie dürfen KI-Bilder verwenden, müssen aber transparent kennzeichnen, dass ein KI-Tool zum Einsatz kam. Sprechen Sie das Thema frühzeitig mit Ihrem Betreuer ab.

Screenshots: Eigene Software vs. fremde Website

Screenshots aus Ihrer eigenen SPSS-Auswertung oder Excel-Tabelle gelten als eigene Darstellung. Screenshots fremder Websites sind dagegen fremde Abbildungen und erfordern die vollständige Quellenangabe:

Screenshots korrekt kennzeichnen
TypBeschriftungBeispiel
Eigene Software (SPSS, Excel, R)Eigene Darstellung oder Screenshot: [Software] [Version]Eigene Darstellung. Screenshot: SPSS Statistics 29.
Fremde WebsiteQuelle: [Website-Name]. URL. Abgerufen am [Datum].Quelle: Google Trends. https://trends.google.de/... Abgerufen am 20.02.2026.

Urheberrecht bei Abbildungen: Was ist erlaubt?

Für wissenschaftliche Arbeiten gibt es zwei gesetzliche Ausnahmen, die das Verwenden fremder Abbildungen erlauben: § 60a UrhG und § 51 UrhG.

§ 60a UrhG: Erlaubnisfreie Nutzung für Unterricht und Wissenschaft

Dieser Paragraph erlaubt die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für nicht-kommerzielle Forschung und Lehre. Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten fallen darunter. Bilder und Grafiken gelten als „Werke mit geringem Umfang“ und dürfen vollständig genutzt werden, sofern die Quelle korrekt angegeben wird.

§ 51 UrhG: Das Zitatrecht

Das Zitatrecht setzt voraus, dass Sie sich inhaltlich mit dem übernommenen Werk auseinandersetzen. Rein dekorative Abbildungen ohne Textbezug fallen nicht darunter. Jedes Foto in Ihrer Arbeit muss im Fließtext analysiert, interpretiert oder als Beleg herangezogen werden. Schmuck-Illustrationen ohne inhaltliche Funktion sind urheberrechtlich nicht gedeckt.

Was nicht erlaubt ist: Rein dekorative Abbildungen

Eine hübsche Stock-Foto-Aufnahme als Kapitel-Opener, die inhaltlich nichts beiträgt? Das ist weder vom Zitatrecht (§ 51 UrhG) noch von der Wissenschaftsschranke (§ 60a UrhG) gedeckt. Jede Abbildung braucht einen inhaltlichen Zweck. Ohne diesen hat sie in der Arbeit nichts verloren.

Lizenzfreie Quellen für Abbildungen

Wer keine Abbildungen aus Fachbüchern oder eigener Forschung hat, kann auf lizenzfreie Quellen zurückgreifen. „Lizenzfrei“ bedeutet dabei nicht „quellenfrei“. Auch bei solchen Bildern gehört eine Quellenangabe in die Arbeit.

  • Pixabay: Pixabay-Lizenz (kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung, keine Quellenangabe rechtlich nötig, wissenschaftlich aber empfohlen)
  • Unsplash: ähnliche Lizenz wie Pixabay
  • Wikimedia Commons: verschiedene CC-Lizenzen, Lizenzbedingungen auf der jeweiligen Dateiseite prüfen

Praxisregel: Immer Quellenangabe machen

Unsere Empfehlung: Machen Sie bei jeder Abbildung eine Quellenangabe, unabhängig von Lizenz und Rechtslage. Das schützt Sie vor Plagiatsvorwürfen, zeigt wissenschaftliche Sorgfalt und ist in jedem Fall die sicherste Variante. Diese Empfehlung gilt auch für Abbildungen, bei denen keine rechtliche Pflicht zur Quellennennung besteht.

Checkliste: Abbildungen korrekt eingebunden?

Gehen Sie diese Checkliste vor der Abgabe Ihrer wissenschaftlichen Arbeit durch. Haken Sie ab, was bereits stimmt, und erkennen Sie auf einen Blick, wo noch Korrekturbedarf besteht.

Abbildungs-Checkliste für die Abgabe

Prüfen Sie alle Punkte, bevor Sie Ihre Arbeit einreichen. Quellen: Uni Leipzig, PH Zürich, FernUni Hagen, WBH Fernstudium, Reutlingen University.

🔴 Noch viel zu tun0/12 (0%)

Fazit

Abbildungen richtig zitieren erfordert Sorgfalt an vier Stellen gleichzeitig: Beschriftung, Textverweis, Literaturverzeichnis und Abbildungsverzeichnis. Wer den Zitierstil der Hochschule konsequent durchzieht und zwischen fremden, modifizierten und eigenen Darstellungen klar unterscheidet, ist auf der sicheren Seite.

Gehen Sie vor der Abgabe noch einmal die Checkliste durch. Bei hartnäckigen Unsicherheiten in der Quellenarbeit deckt ein professionelles Lektorat Zitierfehler systematisch auf, bevor der Prüfer es tut.

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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor: Daniel M. Greiner

Daniel M. Greiner ist Gründer & Inhaber von ManuskriptMentor. Mit einem Master of Arts in Medienwissenschaften (Universität Siegen) und aktuell laufendem MA in Bildungswissenschaften verbindet er akademische Expertise mit über 10 Jahren Business-Erfahrung in Fintech und SaaS.

Seit 2022 ist er auf akademisches Schreiben spezialisiert und unterstützt Studierende in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften und Kulturwissenschaften. Seine Schwerpunkte: forschungsbasierte Texte, wissenschaftliche Methodik und strukturierte Planung von Abschlussarbeiten.

M.A. MedienwissenschaftenMA Bildungswissenschaften (i.A.)Seit 2022 akademisches Schreiben