Was ist APA 7 und wer verwendet es?
APA steht für die American Psychological Association. Im Oktober 2019 erschien die 7. Auflage des Publication Manual, kurz APA 7. Weltweit ist es der am häufigsten eingesetzte Zitierstil in den Sozialwissenschaften und regelt, wie Quellenbelege im Fließtext und im Literaturverzeichnis aussehen (Quelle: APA Style, 7th ed.).
Im deutschsprachigen Raum ist APA vor allem in Psychologie, Pädagogik, Kommunikationswissenschaft und empirischer BWL verbreitet. Anders als der Fußnoten-Stil (Chicago, deutsche Jura-Tradition) arbeitet APA mit einem Autor-Jahr-System: Im Text steht ein Kurzbeleg, das Literaturverzeichnis liefert die vollständigen Angaben.
Ob APA 7 für Ihre Arbeit verbindlich ist, entscheidet nicht der Stil selbst, sondern die Prüfungsordnung Ihres Fachbereichs. Manche Institute schreiben APA 7 wörtlich vor, andere verlangen die DGPs-Richtlinien, wieder andere haben eigene Leitfäden. Mehr dazu im Abschnitt zu DGPs und Hochschulvorgaben.
APA 7 auf einen Blick
Herausgeber: American Psychological Association
Aktuelle Auflage: 7th Edition (Oktober 2019)
System: Autor-Jahr (Kurzbeleg im Text + Literaturverzeichnis)
Verbreitung in DE/AT/CH: Psychologie, Sozialwissenschaften, Pädagogik, empirische BWL
APA 7 im Text zitieren: direktes und indirektes Zitat
APA 7 unterscheidet zwei Grundformen: den eingeklammerten Kurzbeleg und den narrativen Kurzbeleg. Beim eingeklammerten Beleg stehen Autor, Jahr und gegebenenfalls die Seitenzahl in Klammern am Satzende. Beim narrativen Beleg wird der Autorenname in den Satz integriert, das Jahr folgt in Klammern (Quelle: FernUni Hagen ZitFIt).
Direktes Zitat
Beim direkten Zitat übernehmen Sie den Wortlaut einer Quelle. Anführungszeichen und eine Seitenzahl sind Pflicht. Ab 40 Wörtern formatieren Sie das Zitat als eingerückten Block, dann ohne Anführungszeichen (Quelle: RUB APAG).
Eingeklammert:
„Qualitative Forschung erfordert eine reflexive Haltung des Forschenden“ (Kruse, 2015, S. 31).
Narrativ:
Kruse (2015) betont, dass „qualitative Forschung eine reflexive Haltung des Forschenden“ (S. 31) erfordert.
Indirektes Zitat (Paraphrase)
Beim indirekten Zitat geben Sie Gedanken einer Quelle in eigenen Worten wieder. Anführungszeichen entfallen. Die Seitenzahl ist nach APA 7 empfohlen, aber nicht zwingend. Viele Hochschulen verlangen sie trotzdem. Nach APA 7 steht kein „vgl.“ vor der Klammer, was einen zentralen Unterschied zur deutschen Zitiertradition darstellt und bei Prüfenden regelmäßig auffällt (Quelle: Uni Salzburg KOWI).
| Zitattyp | Format im Text | Beispiel |
|---|---|---|
| Direktes Zitat | (Nachname, Jahr, S. X) | „Qualitative Forschung erfordert…“ (Kruse, 2015, S. 31). |
| Indirektes Zitat | (Nachname, Jahr), kein „vgl.“ | Reflexivität gilt als Grundhaltung qualitativer Forschung (Kruse, 2015). |
Kein \u201Evgl.\u201C bei Paraphrasen
Die deutsche Zitiertradition kennt das Kürzel „vgl.“ vor indirekten Zitaten. APA 7 verwendet es nicht. Wenn Ihr Hochschul-Leitfaden „vgl.“ explizit fordert, folgen Sie dem Leitfaden, nicht APA 7. Konsistenz ist wichtiger als Dogmatik.
Autorenanzahl im Kurzbeleg: die et-al.-Regel
APA 7 hat die Schwelle für „et al.“ deutlich gesenkt. Bei drei oder mehr Autoren schreiben Sie bereits bei der ersten Nennung nur den Erstautor plus „et al.“. In APA 6 galt diese Regel erst ab sechs Autoren, weshalb viele Studierende, die noch mit alten Anleitungen arbeiten, häufig Fehler einbauen (Quelle: Uni Graz).
| Autorenanzahl | Kurzbeleg im Text | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 Autor | Nachname (Jahr) | Kruse (2015) oder (Kruse, 2015) |
| 2 Autoren | Nachname & Nachname (Jahr) | Hippel & Roebel (2016) oder (Hippel & Roebel, 2016) |
| 3+ Autoren | Erstautor et al. (Jahr) | Müller et al. (2022) oder (Müller et al., 2022) |
Sonderfall: Organisationen als Autor
Wenn eine Organisation (z. B. WHO, Statistisches Bundesamt) als Autor fungiert, schreiben Sie den vollen Namen bei der ersten Nennung aus und fügen die Abkürzung in eckigen Klammern hinzu. Ab der zweiten Nennung reicht die Abkürzung.
Erstnennung:
(World Health Organization [WHO], 2023)
Zweitnennung:
(WHO, 2023)
Mehrere Quellen in einem Beleg
Wenn Sie mehrere Quellen in einem Klammerbeleg anführen, trennen Sie diese mit Semikolon und sortieren sie alphabetisch: (Hippel & Roebel, 2016; Kruse, 2015; Müller et al., 2022).
Das Literaturverzeichnis nach APA 7 aufbauen
Jeder Eintrag im Literaturverzeichnis folgt demselben Grundmuster: vier Elemente in fester Reihenfolge, Autor, Datum, Titel, Quelle. Das klingt einfach, aber die Formatierung der einzelnen Elemente hängt vom Quellentyp ab (Quelle: FernUni Hagen ZitFIt).
Die vier Elemente auf einen Blick
1. Autor: Nachname, Initialen. Bei mehreren Autoren mit „&“ vor dem letzten.
2. Datum: Erscheinungsjahr in Klammern. Bei Webseiten ggf. mit Monat und Tag.
3. Titel: Buchtitel kursiv. Zeitschriftenartikel nicht kursiv, Zeitschriftenname kursiv.
4. Quelle: Verlag, DOI, URL oder Zeitschriftenband.
Formatierungsregeln
Das Literaturverzeichnis wird alphabetisch nach Nachnamen sortiert. Jeder Eintrag erhält einen hängenden Einzug (erste Zeile linksbündig, Folgezeilen um 1,27 cm eingerückt). Nur Quellen, die im Text zitiert wurden, gehören ins Verzeichnis. Umgekehrt muss jeder Kurzbeleg einen passenden Eintrag haben (Quelle: RUB APAG).
Beispiel: Buch (Monografie)
Kruse, J. (2015). Qualitative Interviewforschung: Ein integrativer Ansatz (2. Aufl.). Beltz Juventa.
Beispiel: Zeitschriftenartikel
Hippel, A. von, & Roebel, T. (2016). Funktionen von Programmplanungsprozessen. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung, 39, 61–81. https://doi.org/10.1007/s40955-016-0058-0
Beispiel: Webseite
World Health Organization. (2023, 15. Juni). Mental health in the workplace. WHO. https://www.who.int/mental-health-workplace
Beispiel: Sammelband-Beitrag
Müller, T. (2020). Digitale Feedbacksysteme. In H. Becker (Hrsg.), Hochschuldidaktik im Wandel (S. 45–68). Springer.
Wenn Sie Abbildungen aus externen Quellen verwenden, gelten eigene Zitierregeln. Der Ratgeber zum Abbildungen nach APA zitieren zeigt das Format im Detail.
Hängender Einzug in Word
Öffnen Sie das Absatzformat-Menü (Rechtsklick → Absatz). Setzen Sie unter „Einzug → Sondereinzug“ die Option „Hängend“ auf 1,27 cm. In Google Docs: Format → Ausrichtung und Einzug → Einzugsoptionen → Sondereinzug „Hängend“.
Beispiel: Zeitschriftenartikel im APA-7-Literaturverzeichnis
Formatierung nach APA Publication Manual, 7th Edition (2019) & FernUni Hagen ZitFIt
APA 7 vs. APA 6: die wichtigsten Änderungen
APA 7 löste 2019 die seit 2009 gültige 6. Auflage ab. Die meisten Hochschulen haben längst umgestellt, aber ältere Leitfäden kursieren noch und tragen veraltete Regeln in neue Arbeiten. Die folgende Tabelle zeigt die sechs zentralen Unterschiede, die im Studienalltag am häufigsten zu Fehlern führen.
| Merkmal | APA 6 (2009) | APA 7 (2019) |
|---|---|---|
| Verlagsort | Pflichtangabe (z. B. Weinheim: Beltz) | Entfällt komplett |
| et al. im Text | Ab 6 Autoren | Ab 3 Autoren, bereits bei Erstnennung |
| DOI-Format | doi:10.1007/xxx | https://doi.org/10.1007/xxx (als Hyperlink) |
| Autoren im LV | Bis 7 ausschreiben, dann et al. | Bis 20 ausschreiben, dann et al. |
| Running Head | Pflicht auf jeder Seite | Nur bei professionellen Manuskripten |
| Studenten-Format | Nicht separat geregelt | Eigenes Format für Studienarbeiten |
Der Wegfall des Verlagsorts und die Absenkung der et-al.-Schwelle sind die Punkte, die am meisten Verwirrung stiften. Wenn Ihre Literaturangaben noch Orte wie „Weinheim“ oder „Bern“ enthalten, arbeiten Sie wahrscheinlich nach APA 6 (Quelle: Lektorat Meller).
Die 5 wichtigsten Änderungen auf einen Blick
APA 7, DGPs und Hochschulvorgaben: was gilt für Sie?
Im deutschsprachigen Raum gibt es nicht „die eine“ APA-Zitierweise. Drei Varianten laufen parallel, und keine davon ist falsch, solange Sie die richtige für Ihren Fachbereich wählen. Die Unterschiede sind subtil, aber prüfungsrelevant (Quelle: Lektorat Meller).
| Variante | Basis | Typische Merkmale | Verbreitung |
|---|---|---|---|
| APA 7 (Original) | Publication Manual 7th ed. (2019) | Englische Abkürzungen (Ed., p., &), kein Verlagsort, et al. ab 3 | International, englischsprachige Arbeiten |
| DGPs (2019) | Basiert auf APA 6 (2009) | Deutsche Abkürzungen (Hrsg., S.), Verlagsort noch enthalten, et al. ab 6 | Psychologie-Institute in DE |
| Hochschul-Leitfaden | Mischform APA 6/7 + eigene Regeln | Oft deutsche Abkürzungen mit APA-7-Regeln, „S.“ statt „p.“ | Fachbereiche in DE, AT, CH |
Die DGPs (Deutsche Gesellschaft für Psychologie) hat ihre Richtlinien 2019 veröffentlicht, basiert aber auf APA 6. Das bedeutet: Wenn Ihr Institut DGPs vorschreibt, gelten andere et-al.-Regeln und der Verlagsort bleibt erhalten. Unsere Empfehlung: Prüfen Sie den Leitfaden Ihres Fachbereichs, bevor Sie die erste Quelle einfügen. Dieser Unterschied fällt vielen erst auf, wenn das Literaturverzeichnis bereits steht.
Empfehlung: Vor dem Schreiben prüfen
Laden Sie den Leitfaden Ihres Fachbereichs herunter, bevor Sie mit dem Zitieren beginnen. Suchen Sie gezielt nach: „APA 7“, „DGPs“ oder „Zitierrichtlinien“ auf der Instituts-Webseite. Im Zweifel fragen Sie Ihre Betreuungsperson.
Wer zwischen APA und dem im deutschen Raum ebenfalls verbreiteten Harvard-Stil schwankt, findet im Ratgeber zur Harvard-Zitierweise im Vergleich eine Gegenüberstellung.
In Österreich verwenden viele Fachbereiche eine APA-7-nahe Version mit deutschen Abkürzungen. Die Uni Salzburg etwa erlaubt „S.“ statt „p.“ und „Hrsg.“ statt „Ed.“, folgt aber sonst APA 7. In der Schweiz gibt es ähnliche Mischformen. Konsistenz innerhalb Ihrer Arbeit ist in jedem Fall wichtiger als das Befolgen eines bestimmten Standards.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Zitierfehler schleichen sich nicht aus Unwissenheit ein. Sie entstehen, weil Studierende mit veralteten Vorlagen arbeiten, Regeln aus anderen Stilen übernehmen oder Details übersehen, die auf den ersten Blick unwichtig erscheinen. Die folgenden sechs Fehler sieht jede Betreuungsperson regelmäßig.
1. Verlagsort noch angeben
APA 6 verlangte den Verlagsort („Weinheim: Beltz“). In APA 7 entfällt er ersatzlos. Wenn Ihr Literaturverzeichnis noch Orte enthält, stimmt entweder die Vorlage nicht, oder Sie zitieren nach DGPs.
2. et al. zu früh oder zu spät
In APA 7 gilt et al. ab drei Autoren, in APA 6 erst ab sechs. Wer mit gemischten Quellen arbeitet, verwechselt die Schwellen. Prüfen Sie bei jedem Kurzbeleg: Wie viele Autoren hat die Quelle?
3. DOI ohne Hyperlink-Format
APA 7 verlangt die DOI als klickbaren Hyperlink im Format https://doi.org/xxx. Das alte Format „doi:10.1007/xxx“ ist überholt. Prüfen Sie außerdem: Kein Punkt nach der DOI.
4. Groß-/Kleinschreibung bei englischen Titeln
APA 7 verwendet „sentence case“ für Buchtitel und Artikeltitel: Nur das erste Wort und Eigennamen werden großgeschrieben. Zeitschriftennamen behalten dagegen „title case“ (jedes Hauptwort groß). Dieser Unterschied fällt besonders bei englischsprachiger Literatur auf.
5. „Vgl.“ bei Paraphrasen
Das Kürzel „vgl.“ gibt es in APA nicht. Wenn Ihr Hochschul-Leitfaden es fordert, ist das eine bewusste Abweichung vom APA-Standard. Mischen Sie niemals beide Konventionen innerhalb einer Arbeit.
6. Literaturverzeichnis und Kurzbelege stimmen nicht überein
Jeder Kurzbeleg im Text braucht einen passenden Eintrag im Literaturverzeichnis, und umgekehrt. Quellen, die nur im Verzeichnis stehen, aber nirgends zitiert werden, gehören nicht in eine APA-konforme Arbeit. In unserer Erfahrung hilft ein einfacher Trick: Drucken Sie das Literaturverzeichnis aus und haken Sie jeden Eintrag ab, den Sie im Text finden.
Tipp: DOI prüfen über doi.org
Wenn Sie unsicher sind, ob eine DOI korrekt ist, geben Sie sie unter https://doi.org/ ein. Der Dienst löst die DOI auf und leitet zur Originalquelle weiter. So prüfen Sie gleichzeitig, ob der Link funktioniert.
APA-7-Format-Check vor der Abgabe
Prüfen Sie Ihre Arbeit anhand dieser 12 Punkte. Quellen: APA Publication Manual, FernUni Hagen, Uni Graz, regorz-statistik.de

