Wissenschaftliches SchreibenFormulierungshilfen wissenschaftliche Arbeit: 200+ Redemittel für jedes Kapitel
Von Daniel M. Greiner • 27. Februar 2026 • 28 Min Lesezeit

Formulierungshilfen wissenschaftliche Arbeit: 200+ Redemittel für jedes Kapitel
Von Daniel M. Greiner • 27. Februar 2026 • 28 Min Lesezeit

Zwischen einer bestanden und einer guten Bachelorarbeit entscheidet oft nicht die Recherche, sondern die Sprache. Präzise Formulierungen signalisieren fachliche Sicherheit, vage Formulierungen das Gegenteil. Das Gute daran: Akademisches Schreiben lässt sich systematisch lernen.
Das Problem: Die meisten Studierenden sitzen vor einem leeren Dokument und ringen um jeden Satz. Nicht weil ihnen die Ideen fehlen, sondern weil sie nicht wissen, wie man akademisch formuliert. Der Unterschied zwischen "Ich finde, dass..." und "Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass..." ist kein Zufall, sondern es sind erlernbare Bausteine.
Genau diese Bausteine finden Sie hier, sortiert nach Kapitel und Textfunktion: Wann passt welche Formulierung? Was klingt nach Wissenschaft, was nach Blähstil? Und was erwarten Prüfer wirklich von Ihrer Sprache? Noch schneller finden Sie die passende Wendung mit unserem interaktiven Formulierungshilfen-Tool, das alle 200+ Redemittel nach Kapitel, Funktion und Fachbereich filterbar macht.
Was diesen Ratgeber von Phrasenlisten unterscheidet
- ✓Gut/Besser-Vergleiche — Sie sehen nicht nur was, sondern warum eine Formulierung funktioniert
- ✓Prüfer-Perspektive — was Gutachter tatsächlich bemängeln (Quelle: DHBW-Bewertungsraster)
- ✓Fachbereich-Varianten — BWL formuliert anders als Jura oder Psychologie
- ✓Verifizierte Quellen — basierend auf Materialien von 8 Uni-Schreibzentren und der Manchester Academic Phrasebank
💡Tipp: Nutzen Sie die Navigation für schnellen Zugriff.
Was wissenschaftliche Sprache ausmacht — und was nicht
Viele Studierende glauben, wissenschaftlich zu schreiben bedeute, möglichst kompliziert zu formulieren. Das Gegenteil ist richtig. Gute wissenschaftliche Sprache ist präzise, sachlich und nachvollziehbar. Sie vermeidet Mehrdeutigkeiten, benennt Quellen und trennt eigene Beobachtungen von fremden Erkenntnissen.
Das Schreibzentrum der TU Darmstadt fasst es treffend zusammen: Wissenschaftliche Texte nutzen Redemittel, also feststehende Wendungen, die bestimmte Textfunktionen erfüllen (Quelle: TU Darmstadt, Online Writing Lab). Sie leiten ein, vergleichen, schränken ein, folgern. Diese Bausteine sind keine Floskel, sondern Werkzeuge für Klarheit.
"In der heutigen Zeit ist das Thema sehr relevant und wichtig."
"Die Relevanz des Themas ergibt sich aus der zunehmenden Digitalisierung des Bildungssektors (Quelle: BMBF 2024)."
Warum? Die schwache Version enthält drei Probleme: 'heutigen Zeit' ist ein Füllausdruck, 'sehr' ist ein nichtssagendes Adverb, und es fehlt die Begründung. Die bessere Version nennt einen konkreten Grund und belegt ihn.
Drei Prinzipien machen den Unterschied:
- Präzision statt Vagheit: "einige Studien" wird zu "drei der fünf ausgewerteten Studien"
- Sachlichkeit statt Wertung: "leider zeigt sich" wird zu "die Auswertung ergibt"
- Nachvollziehbarkeit statt Behauptung: "es ist bekannt, dass" wird zu "Müller (2023) weist nach, dass"
Wie Sprache in die Note einfließt: 10–15 % auf dem Prüfstand
Sprache und Ausdruck sind kein Soft-Kriterium. An der DHBW ist "Sprache, Stil und formale Korrektheit" ein eigenständiger Bewertungsblock, der in die Gesamtnote einfließt (Quelle: DHBW Bewertungsraster Bachelorarbeiten). Andere Hochschulen wie die Uni Mannheim listen "wissenschaftliche Ausdrucksweise" explizit als Teilkriterium.
Konkret: Zwischen einer 1,7 und einer 2,3 kann die sprachliche Qualität den Ausschlag geben. Nicht weil Prüfer nach schönen Sätzen suchen, sondern weil unpräzise Sprache fachliche Unsicherheit signalisiert. Wer "irgendwie zusammenhängt" schreibt statt "korreliert positiv mit", wird methodisch weniger ernst genommen.
Prüfer-Perspektive
Die meisten Gutachter lesen die Einleitung und das Fazit zuerst. Wenn dort die Sprache holprig ist, entsteht ein negativer Ersteindruck, der die Bewertung des gesamten Textes beeinflusst. Investieren Sie besonders in diese beiden Kapitel.
Formulierungshilfen für die Einleitung
Die Einleitung hat vier Aufgaben: Thema einführen, Relevanz begründen, Forschungsfrage formulieren und den Aufbau der Arbeit skizzieren. Für jede dieser Funktionen gibt es bewährte Formulierungen.
Thema einführen und Relevanz begründen
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Thema vorstellen | Die vorliegende Arbeit befasst sich mit … |
| Thema vorstellen | Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist … |
| Relevanz begründen | Die Relevanz des Themas ergibt sich aus … |
| Relevanz begründen | Angesichts der aktuellen Entwicklungen in … gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. |
| Forschungslücke | Trotz umfangreicher Forschung zu … besteht weiterer Untersuchungsbedarf hinsichtlich … |
| Forschungslücke | Während … bereits umfassend untersucht wurde, fehlt es an empirischen Befunden zu … |
| Praxisbezug | Aus praktischer Perspektive ist das Thema relevant, weil … |
"In der folgenden Arbeit soll das Thema Social-Media-Marketing behandelt werden."
"Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Social-Media-Marketing auf die Kaufentscheidung der Generation Z im deutschen Einzelhandel."
Warum? 'Soll behandelt werden' ist grammatisch korrekt, aber inhaltlich leer: Welcher Aspekt von Social-Media-Marketing? Welcher Kontext? Die bessere Version benennt den konkreten Gegenstand (Einfluss auf Kaufentscheidung), die Zielgruppe (Gen Z) und den Kontext (deutscher Einzelhandel).
Forschungsfrage und Zielsetzung formulieren
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Forschungsfrage | Daraus ergibt sich folgende Forschungsfrage: … |
| Forschungsfrage | Die zentrale Fragestellung lautet: … |
| Zielsetzung | Ziel der Arbeit ist es, … zu untersuchen / zu analysieren / zu evaluieren. |
| Zielsetzung | Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Diskussion um … zu leisten. |
| Eingrenzung | Nicht Gegenstand dieser Arbeit ist …, da dies den Rahmen der Untersuchung sprengen würde. |
| Eingrenzung | Die Analyse beschränkt sich bewusst auf …, um eine vertiefte Auseinandersetzung zu ermöglichen. |
Aufbau der Arbeit beschreiben
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Aufbau einleiten | Die Arbeit ist wie folgt gegliedert: … |
| Kapitelüberblick | Kapitel 2 legt die theoretischen Grundlagen dar. Anschließend wird in Kapitel 3 … |
| Kapitelüberblick | Im Anschluss an die theoretische Fundierung folgt in Kapitel 4 die empirische Untersuchung. |
| Überleitung | Abschließend werden die Ergebnisse in Kapitel 6 diskutiert und in Kapitel 7 zusammengefasst. |
Prüfer-Perspektive
Der Aufbau der Arbeit gehört ans Ende der Einleitung, nicht an den Anfang. Prüfer wollen zuerst verstehen, warum Sie das Thema bearbeiten, bevor sie lesen wie die Arbeit strukturiert ist. Ein häufiger Fehler: Die Einleitung beginnt mit der Gliederung statt mit dem Problem. Wie der ideale Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit aussieht, erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber.
Formulierungshilfen für den theoretischen Rahmen
Der Theorieteil zeigt, dass Sie den Forschungsstand kennen. Hier geht es darum, Definitionen einzuführen, Quellen korrekt wiederzugeben und verschiedene Positionen gegenüberzustellen. Die Manchester Academic Phrasebank (Quelle: University of Manchester, 2004) empfiehlt, dabei konsequent zwischen berichtender und bewertender Sprache zu unterscheiden.
Definitionen und Begriffe einführen
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Definition | Unter … wird im Rahmen dieser Arbeit … verstanden. |
| Definition | Der Begriff … wird in der Fachliteratur unterschiedlich definiert. Müller (2022) versteht darunter …, während Schmidt (2023) … |
| Abgrenzung | Abzugrenzen ist … von dem verwandten Konzept …, das sich primär auf … bezieht. |
| Eigene Definition | Für die Zwecke der vorliegenden Arbeit wird … als … definiert, da diese Operationalisierung … |
Quellen einführen und referieren
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Neutral berichten | Müller (2023, S. 47) weist darauf hin, dass … |
| Neutral berichten | In einer Längsschnittstudie mit 300 Teilnehmenden kommen Schmidt et al. (2022) zu dem Ergebnis, dass … |
| Zustimmung ausdrücken | Webers (2024) Replikationsstudie bestätigt diesen Befund auch für den deutschsprachigen Raum. |
| Widerspruch zeigen | Becker (2023) wendet dagegen ein, dass die zugrunde liegende Stichprobe … |
| Widerspruch zeigen | Richter (2024) zeichnet ein differenzierteres Bild: Zwar …, jedoch … |
| Forschungsstand bilanzieren | Über den Einfluss von … herrscht in der Literatur kein Konsens. Während frühere Arbeiten (vgl. Meyer, 2019) …, liefern neuere Befunde (vgl. Lang, 2024) Hinweise auf … |
| Forschungslücke aufzeigen | Was in der bisherigen Debatte allerdings unterbelichtet bleibt, ist die Frage, ob … |
"Müller sagt, dass KI die Bildung verändert."
"Müller (2023, S. 47) argumentiert, dass der Einsatz generativer KI-Modelle die Lernprozesse an Hochschulen grundlegend verändere."
Warum? 'Sagt' ist Umgangssprache und zu unspezifisch für akademisches Schreiben. 'Argumentiert' drückt aus, dass es sich um eine begründete Position handelt. Die Seitenangabe zeigt Genauigkeit, der Konjunktiv (verändere) markiert korrekt die indirekte Rede.
Prüfer-Perspektive
Das Reporting-Verb macht den Unterschied. "Müller stellt fest" (neutral), "Müller behauptet" (skeptisch), "Müller belegt" (zustimmend), Sie positionieren sich mit jedem Verb. Wählen Sie bewusst. Die Goethe-Uni Frankfurt empfiehlt, im Theorieteil überwiegend neutrale Verben zu verwenden und die Bewertung der Diskussion vorzubehalten (Quelle: Goethe-Universität Frankfurt, Handout A13).
Formulierungshilfen für die Methodik
Das Methodenkapitel ist der technischste Teil Ihrer Arbeit. Hier beschreiben Sie, wie Sie vorgegangen sind, und zwar so genau, dass jemand Ihre Untersuchung replizieren könnte. Die Sprache ist entsprechend sachlich und präzise.
Forschungsdesign und Vorgehen beschreiben
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Design vorstellen | Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitatives / quantitatives / mixed-methods Forschungsdesign gewählt. |
| Vorgehen begründen | Die Wahl dieses Ansatzes begründet sich darin, dass … |
| Datenerhebung | Die Datenerhebung erfolgte mittels … im Zeitraum von … bis … |
| Datenerhebung | Insgesamt wurden N = 42 teilstrukturierte Interviews durchgeführt. |
| Stichprobe | Die Stichprobe umfasst … Teilnehmende, die nach folgenden Kriterien ausgewählt wurden: … |
| Stichprobe | Die Auswahl der Befragten erfolgte nach dem Prinzip der bewussten Fallauswahl (Purposive Sampling). |
| Auswertung | Die Auswertung der Daten erfolgte mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015). |
| Auswertung | Für die statistische Analyse wurde SPSS Version 29 verwendet. Zur Überprüfung der Hypothesen kamen …-Tests zum Einsatz. |
"Zur Datenerhebung wurde eine Befragung durchgeführt und anschließend ausgewertet."
"Es wurden 15 leitfadengestützte Interviews mit Führungskräften mittelständischer Unternehmen geführt und anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) ausgewertet."
Warum? Die schwache Version ist sprachlich korrekt, aber inhaltlich wertlos: Welche Art von Befragung? Wie viele Personen? Welche Auswertungsmethode? Die bessere Version ist replizierbar: Man weiß wer befragt wurde (Führungskräfte, Mittelstand), wie (leitfadengestützt), wie viele (15) und mit welcher Methode ausgewertet (Kuckartz).
Prüfer-Perspektive
Ein häufiger Fehler im Methodenteil: Studierende beschreiben was sie getan haben, aber nicht warum. Die Begründung der Methodenwahl zeigt methodische Kompetenz. "Es wurde eine Online-Befragung durchgeführt" ist akzeptabel, aber "Eine Online-Befragung wurde gewählt, da die Zielgruppe bundesweit verteilt ist und eine hohe Rücklaufquote innerhalb kurzer Zeit erforderlich war" ist deutlich stärker.
Formulierungshilfen für die Ergebnisse
Im Ergebniskapitel berichten Sie nüchtern, was Sie gefunden haben. Hier gilt: Beschreiben, nicht interpretieren. Die Interpretation gehört in die Diskussion. Das klingt einfach, ist in der Praxis aber die häufigste Verwechslung.
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Ergebnis einleiten | Die Analyse der Daten zeigt, dass … |
| Ergebnis einleiten | Aus den erhobenen Daten geht hervor, dass … |
| Zahlen nennen | Der Anteil der Befragten, die … angaben, lag bei 67 % (n = 28). |
| Zusammenhang | Es zeigt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen … und … (r = .42, p < .01). |
| Zusammenhang | Zwischen … und … konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang festgestellt werden. |
| Vergleich | Gruppe A erzielte im Durchschnitt höhere Werte (M = 4.2, SD = 0.8) als Gruppe B (M = 3.1, SD = 1.1). |
| Qualitativ | Als zentrales Thema kristallisierte sich … heraus, das von 12 der 15 Befragten thematisiert wurde. |
| Auffälligkeit | Bemerkenswert ist, dass … — ein Befund, der im Widerspruch zu den Erwartungen steht. |
"Die Mehrheit der Befragten bewertete die Maßnahme positiv."
"73 % der Befragten (n = 31) bewerteten die Maßnahme als ‚hilfreich' oder ‚sehr hilfreich' auf einer fünfstufigen Likert-Skala."
Warum? 'Mehrheit' klingt wissenschaftlich, ist aber ungenau: 51 % oder 95 %? 'Positiv' verschweigt die Antwortkategorien. Die bessere Version quantifiziert präzise (73 %), nennt die Stichprobengröße (n = 31) und die verwendete Skala (Likert, fünfstufig).
Formulierungshilfen für die Diskussion
Die Diskussion ist das anspruchsvollste Kapitel. Hier interpretieren Sie Ihre Ergebnisse, ordnen sie in den Forschungsstand ein und benennen Limitationen. Der Ton wechselt von beschreibend (Ergebnisse) zu argumentativ (Diskussion).
Ergebnisse interpretieren
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Interpretation einleiten | Dieser Befund lässt sich dahingehend interpretieren, dass … |
| Interpretation einleiten | Eine mögliche Erklärung für dieses Ergebnis ist … |
| Einordnung | Dieses Ergebnis steht im Einklang mit den Befunden von Müller (2023), der ebenfalls … |
| Einordnung | Im Gegensatz zu den Ergebnissen von Schmidt (2022) zeigt die vorliegende Studie, dass … |
| Überraschung | Entgegen der ursprünglichen Annahme zeigt sich, dass … |
| Nuance | Dieser Zusammenhang gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass … |
Limitationen benennen
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Limitation einleiten | Die vorliegende Untersuchung unterliegt einigen Einschränkungen, die bei der Interpretation zu berücksichtigen sind. |
| Stichprobe | Die begrenzte Stichprobengröße (N = 42) schränkt die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ein. |
| Methode | Aufgrund des qualitativen Forschungsdesigns können keine kausalen Aussagen getroffen werden. |
| Selbstkritik | Es ist nicht auszuschließen, dass … die Ergebnisse beeinflusst hat. |
| Relativierung | Trotz dieser Einschränkungen liefert die Untersuchung einen Beitrag zu …, da … |
Prüfer-Perspektive
Limitationen sind kein Schwächeeingeständnis, sie zeigen methodische Reife. Prüfer erkennen sofort, wenn Studierende Limitationen weglassen oder bagatellisieren. Nennen Sie 2–3 echte Einschränkungen und erklären Sie, warum Ihre Ergebnisse trotzdem aussagekräftig sind. Das ist stärker als Schweigen.
Formulierungshilfen für Fazit und Ausblick
Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage, fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick. Hier dürfen keine neuen Informationen eingeführt werden, alles muss sich aus dem Hauptteil ableiten.
| Textfunktion | Formulierung |
|---|---|
| Zusammenfassung | Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass … |
| Zusammenfassung | Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass … |
| Forschungsfrage beantworten | Damit lässt sich die eingangs formulierte Forschungsfrage wie folgt beantworten: … |
| Forschungsfrage beantworten | Die Analyse hat gezeigt, dass die Hypothese … bestätigt / nur teilweise bestätigt / widerlegt werden konnte. |
| Implikation | Für die Praxis bedeutet dies, dass … |
| Implikation | Die Ergebnisse legen nahe, dass Unternehmen / Institutionen / Lehrende … |
| Ausblick | Weiterführende Forschung könnte untersuchen, ob … |
| Ausblick | Offen bleibt die Frage, inwieweit … — ein Aspekt, der in zukünftigen Studien adressiert werden sollte. |
"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Thema in Zukunft noch stärker an Relevanz gewinnen wird und weitere Forschung notwendig ist."
"Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass Content-Marketing die Markenbindung bei der Generation Z signifikant stärkt, insbesondere über video-basierte Formate. Offen bleibt, ob dieser Effekt auch für ältere Zielgruppen gilt."
Warum? Die schwache Version klingt nach Fazit, enthält aber keine einzige Erkenntnis aus der eigenen Arbeit. 'Weitere Forschung ist notwendig' ist eine Leerformel. Die bessere Version benennt das konkrete Ergebnis, ordnet es ein und leitet eine präzise Anschlussfrage ab.
Die 7 häufigsten Formulierungsfehler — und wie Sie sie vermeiden
Das Schreibzentrum der RUB Bochum (Quelle: RUB, ZfW, Februar 2025) und die PH Freiburg (Quelle: PH Freiburg, Schreibzentrum) identifizieren übereinstimmend diese Schwächen in studentischen Arbeiten:
1. Übermäßiger Nominalstil
Schwach: "Die Durchführung der Untersuchung der Auswirkungen …"
Besser: "Es wurde untersucht, wie sich … auswirkt."
Nominalstil bläht Sätze auf und verschleiert, wer handelt. Texte lassen sich durch Vermeidung von Substantivierungen oft um bis zu 20 % kürzen.
2. Unnötiges Passiv
Schwach: "Es wurde festgestellt, dass von den Befragten angegeben wurde, dass …"
Besser: "Die Befragten gaben an, dass …"
Passiv ist in der Methodik üblich ("Es wurden Interviews geführt"), aber im Ergebnisteil oft unnötig verschachtelt.
3. Füllwörter und Verstärker
Streichen: natürlich, selbstverständlich, im Grunde genommen, quasi, sozusagen, gewissermaßen, irgendwie, grundsätzlich (wenn nicht juristisch gemeint)
Diese Wörter tragen keine Information und signalisieren Unsicherheit. Testen Sie: Wenn der Satz ohne das Wort funktioniert, streichen Sie es.
4. Umgangssprache im Fachtext
Schwach: "Das Ergebnis ist echt überraschend."
Besser: "Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu den Erwartungen."
Besonders tückisch: Wörter wie "kriegen" (→ erhalten), "halt", "eben", "sowieso". Sie schleichen sich ein, ohne dass man es merkt.
5. Registerwechsel
Schwach: "Die Reliabilitätsanalyse zeigt eine hohe interne Konsistenz. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig."
Innerhalb eines Absatzes zwischen Fachsprache und Alltagssprache zu wechseln, untergräbt die Glaubwürdigkeit. "Ziemlich eindeutig" nach "Reliabilitätsanalyse" bricht den Ton. Lesen Sie Ihre Arbeit einmal laut vor, solche Brüche fallen sofort auf.
6. Unbelegte Absolutaussagen
Schwach: "Unternehmen nutzen Social Media."
Besser: "92 % der befragten Unternehmen gaben an, Social Media aktiv zu nutzen (Quelle: Bitkom 2024)."
Ohne Quellenangabe bleibt die Aussage eine unbelegte Behauptung. Wer? Wie viele? Woher stammt die Information? Quantifizieren und belegen.
7. Ich-Form vermeiden
Grundsätzlich gilt: Die Ich-Form in wissenschaftlichen Arbeiten eher vermeiden. Verwenden Sie stattdessen "die Verfasserin", "der Autor" oder Passivkonstruktionen.
Ausnahme: Wenn persönlicher Kontext echten Mehrwert für die Argumentation liefert, kann die Ich-Form sinnvoll sein, aber nur nach Absprache mit Ihrem Betreuer.
Im Zweifel: ohne "Ich" formulieren. Das ist in jedem Fachbereich akzeptiert.
Formulierungen nach Fachbereich: BWL, Jura, Sozialwissenschaften, MINT
Nicht jede Formulierung funktioniert in jedem Fach. BWL-Arbeiten nutzen andere Konventionen als juristische Gutachten oder psychologische Studien. Die folgenden Unterschiede basieren auf den Leitfäden der jeweiligen Fachbereiche (Quelle: JGU Mainz, Schreibwerkstatt; STW Berlin, Schreibzentrum). Im Formulierungshilfen-Tool können Sie nach Fachbereich filtern, um direkt die passenden Wendungen für Ihr Fach zu finden.
| Aspekt | BWL / WiWi | Jura | Sozialwiss. | MINT |
|---|---|---|---|---|
| Ich-Form | Selten | Nie | Zunehmend akzeptiert | Unüblich |
| Typische Verben | analysieren, evaluieren, optimieren | darstellen, erörtern, subsumieren | untersuchen, rekonstruieren, reflektieren | messen, berechnen, modellieren |
| Hypothesen | "Es wird angenommen, dass …" | "Es ist zu prüfen, ob …" | "Die Studie geht davon aus, dass …" | "Hypothese H1: …" |
| Ergebnis-Sprache | "Die Analyse zeigt …" | "Dem Ergebnis nach …" | "Die Daten deuten darauf hin, dass …" | "Die Messung ergibt …" |
| Zitierstil | APA oder Harvard | Fußnoten (dt. Zitierweise) | APA (meist) | IEEE oder numerisch |
Tipp: Leitfaden Ihres Instituts hat Vorrang
Diese Tabelle zeigt allgemeine Konventionen. In der Praxis hat der Leitfaden Ihres Studiengangs oder Betreuers immer Vorrang. Fragen Sie im Zweifel nach — kein Prüfer nimmt Ihnen übel, dass Sie nach den erwarteten Konventionen fragen. Im Gegenteil.
Weiterführende Ressourcen: Die besten Formulierungssammlungen
Dieser Artikel ist ein Startpunkt. Für vertiefte Arbeit empfehlen sich diese Primärquellen — alle kostenlos und von Hochschulen bereitgestellt:
Manchester Academic Phrasebank
Der weltweite Goldstandard. Entwickelt von Dr. John Morley (University of Manchester, 2004) auf Basis von 100 analysierten Dissertationen. Auf Englisch, aber die Kategorisierung nach Textfunktionen ist universell anwendbar. Wissenschaftlich abgesichert durch Davis & Morley (2015), Journal of Second Language Writing.
TU Darmstadt, Online Writing Lab (OWL)
Die strukturierteste deutschsprachige Formulierungshilfe, gegliedert nach Kapiteln einer wissenschaftlichen Arbeit. Besonders stark bei Einleitung und Methodik.
RUB Bochum, Zentrum für Wissenschaftsdidaktik (ZfW)
Aktuellste deutschsprachige Ressource (Februar 2025). Verweist auf die Manchester Phrasebank und übersetzt deren Prinzipien ins Deutsche.
PH Zürich, Das A-Z des wissenschaftlichen Schreibens
Der umfassendste Einzelratgeber im deutschsprachigen Raum (3. Auflage, 2024). Deckt nicht nur Formulierungen ab, sondern auch Schreibprozess, Argumentation und Revision.
Goethe-Universität Frankfurt, Formulierungshilfen
Kompakte Übersicht mit Fokus auf Textfunktionen (Einführen, Vergleichen, Schlussfolgern). Praxisnah und gut für den Schnelleinstieg.
Fachliteratur: Die Standardwerke von Helga Esselborn-Krumbiegel ("Richtig wissenschaftlich schreiben", UTB) und Martin Kornmeier ("Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht", UTB) sind in jeder Universitätsbibliothek verfügbar und bieten vertiefende Übungen zum akademischen Schreiben.
Häufig gestellte Fragen
Ist es erlaubt, Formulierungshilfen in der Bachelorarbeit zu verwenden?▼
Wie viel Prozent der Note hängt von der Sprache ab?▼
Was ist die Manchester Academic Phrasebank?▼
Darf ich „Ich" in meiner Bachelorarbeit schreiben?▼
Welche Formulierungsfehler stören Prüfer am meisten?▼
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